DAS HOTEL- UND GASTGEWERBE
Was sagen Sie zu diesen fundamentalen Sätzen, verehrter
Herr Direktor? Echt amerikanisch, werden Sie wahrscheinlich
denken. Innerlich aber über mich sonderbaren Schwärmer aus
Amerika lächeln. Stimmt’s?“
„Nicht ganz!“ erwiderte der Hoteldirektor. Er lächelte aller-
dings, aber sein Lächeln hatte einen ganz anderen Ausdruck
bekommen. „Es stimmt ganz und gar nicht, dear Mister Smith.
Ich höre auf, mich zu wundern, und fange an, diese geniale
Idee zu bewundern.“
„Freut mich“, unterbrach Mister Smith. „Sie wissen, daß ich,
wenn auch nicht Hotelfachmann, als Besitzer eines ziemlich
umfangreichen Aktienpaketes eines bedeutenden amerikani-
schen Hotelkonzerns mich viel ums Hotelwesen kümmere und
manches davon verstehe. Da mein Konzern sich seit einiger Zeit
auch nach der Alten Welt hin orientieren möchte — erzählen
Sie es vorerst nicht weiter — so habe ich natürlich auch ein
lebhaftes Interesse am europäischen Hotelwesen. Es liegt mir
daran, daß die so eminent tüchtigen Hotelmänner Europas auf
dem wichtigen Gebiete der Reklame etwas amerikanischer
denken möchten. Es würde in ihrem eigenen Interesse, aber
natürlich auch in dem unserer Pläne liegen. Vielleicht könnte
eine solche praktische Umstellung unseren Geldmarkt veran-
lassen, sich etwas mehr als seither um die europäischen Hotels
zu kümmern. Ihr braucht doch alle miteinander Kapital. Wir
aber haben es.“
„Beides ist richtig. Sie haben das Kapital und wir haben es
nötig‘, seufzte der Hoteldirektor.
„Ergo, denken Sie ein wenig über das nach, was ich Ihnen
sagte, und veranlassen Sie vor allem Ihre Kollegen zu diesem
Nachdenken. Lassen Sie mich nochmals auf die New York
Times und die Anzeige der West Side Hotels Association zu-
rückkommen, Ich denke dabei an Ihre europäischen Hotelier-
Vereine. Wie die West Side Hotel Association die führenden
Hotels des New Yorker Westens in ihren Reihen vereinigt, so
finden sich in den europäischen Vereinen die angesehensten
Häuser der Alten Welt zusammengeschlossen. Der West Side-
Verein geht nun hin, verkündet das der ganzen Welt und macht
für seine Mitglieder eine aparte und wirkungsvolle Reklame.
Warum kann er das? Weil er von seinen Mitgliedern finanziell
kräftig unterstützt wird. Weil die New Yorker, weil fast alle
amerikanischen Hoteliers praktische und nüchterne Rechner