fullscreen : Die Nationalökonomie in Frankreich

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Der  Interventionismus  an  den  Universitäten

Daraus  nun,  daß  die  angeführten  Verletzungen  des  allgemeinen ­
  Interesses  durch  die  Privatinteressen  notwendig  mit  der
individualistischen  Wirtschaftsordnung  verknüpft  sind,  aus  deren
Wesen  fließen,  folgt,  daß  alle  Verbesserungen  dieser  Wirtschaftsordnung ­
  —  Erziehung  der  Individuen  zu  sittlichem  Handeln,
genossenschaftliche  Selbsthilfe,  staatliches  Eingreifen  ins  Wirtschaftsleben ­
  —  jene  Antagonismen  nicht  aus  der  Welt  schaffen
können.  Dies  kann  nur  durch  Beseitigung  der  individualistischen
Wirtschaftsordnung  geschehen.  In  seiner  Doktordissertation
schließt  Landry  auf  diese  Beseitigung  zugunsten  einer  sozialistischen ­
  Gesellschaftsordnung.  In  seinem  Handbuch  —  sieben
Jahre  später  —  ist  er  vorsichtiger  geworden.  „Begrifflich,"
schreibt  er,  „ist  die  sozialistische  Gesellschaftsordnung  eine  Ordnung, ­
  in  welcher  die  Verletzungen  des  allgemeinen  Interesses,
welche  in  der  individualistischen  Wirtschaftsordnung  notwendig
aus  dem  Privateigentum  folgen,  nicht  mehr  nötig  sein  werden.
Diese  Feststellung  könnte  aber  nicht  genügen  uns  zu  bestimmen,
der  sozialistischen  Wirtschaftsordnung  vor  der  individualistischen
den  Vorzug  zu  geben.  Man  muß  hierzu  die  Gesamtheit  der
Verletzungen,  die  dem  allgemeinen  Interesse  heute  widerfahren,
die  wesentlichen  und  die  zufälligen,  gegen  diejenigen,  welche
das  allgemeine  Interesse  im  sozialistischen  Staate  sicher  erleiden
würde,  abwägen“  ').
Damit  berührt  Landry  den  wunden  Punkt  seiner  und
Effertz’  ganzer  Argumentation.  Es  trifft  zweifellos  zu,  daß
die  bestehende  Wirtschaftsordnung  eine  Reihe  von  Kräfteverlusten ­
  involviert.  Der  Schluß  auf  die  sozialistische  Wirtschaftsordnung, ­
  im  Ideengang  unserer  beiden  Autoren,  wird  aber  erst
dann  diskutabel,  wenn  einwandfrei  erwiesen  ist,  daß  in  ihr  die
Antagonismen  zwischen  allgemeinen  und  privaten  Interessen
quantitativ  und  qualitativ  geringer  sind  als  in  einer  individualistischen ­
  Ordnung.  Diesen  Beweis  bleibt  uns  aber  Landry  sowohl ­
  als  Effertz  schuldig.
Landry  sucht  schließlich  auf  anderem  Wege  den  Schluß
auf  den  Sozialismus  dennoch  zu  rechtfertigen.  Die  Deduktion
versagt,  da  muß  denn  die  so  sehr  in  den  Schatten  gestellte  Induktion ­
  helfen.  „Um  eine  Richtschnur  für  unser  Handeln  zu
            
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