Full text : Die Nationalökonomie in Frankreich

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Der  Interventionismus  an  den  Universitäten

ringen  Teil  der  in  einer  Volkswirtschaft  vorhandenen  Unternehmer ­
  darstellen  und  folglich  unbeachtet  bleiben  können.  Es
liegt  auf  der  Hand,  daß  man  sich  in  einer  Zeit,  deren  Entwicklungstendenzen ­
  in  der  Richtung  kollektiver  Unternehmungsformen ­
  liegen,  nicht  mit  L  a  n  d  r  y  s  Erklärung  des  Unternehmergewinnes ­
  zufrieden  geben  kann.  Wir  erkennen  seine  subtilen
Analysen  jedoch  gern  als  dankenswerte  Beiträge  an,  welche
der  wissenschaftlichen  Forschung  als  Anregung  dienen  können 1 ).
Die  Hauptsache  bei  Landry  ist  die  Effertz  entlehnte
Lehre  vom  sozialen  Nutzen  des  Privateigentums 2 ).  Sie  beruht  auf
dem  Nachweis  von  Antagonismen  oder  Verletzungen,  welche
das  allgemeine  Interesse  durch  individuelle  Interessen  in  einer
auf  das  Privateigentum  aufgebauten  Wirtschaftsordnung  erleidet.
Genauer  umgrenzt  sind  es  die  Gegensätze  zwischen  Produktivität
=  allgemeinem  Interesse  und  Rentabilität  —  Privatinteresse.
Als  Autoren,  welche  vor  Effertz  dieser  Frage  Aufmerksamkeit
geschenkt  hatten,  nennt  Landry  Sismondi,  Cournot,  Proudhon,
llertzka  und  die  Grenznutzentheoretiker  bis  zu  Bernoulli  hinauf.
Nach  Ausschaltung  der  in  der  heutigen  Wirtschaftsordnung
zwar  tatsächlichen  oder  möglichen,  aber  nicht  aus  dem  Wesen
des  individualistischen  Charakters  derselben  sich  ergebenden
Läsionen  des  allgemeinen  Interesses  durch  private,  hält  Landry
—  darin  von  Effertz  abweichend  —  nur  an  denen  fest,  welche
für  ihn  notwendig  mit  der  individualistischen  Wirtschaftsordnung
verknüpft  sind.  Er  teilt  diese  Verletzungen  ein  :  A)  in  solche,
deren  Quelle  in  der  Art  und  Weise  liegt,  wie  die  Produktion
geleitet  wird,  B)  in  solche,  deren  Quelle  in  der  Art  und  Weise
der  Güterverteilung  liegt.  In  der  Kategorie  A  äußert  sich  der
Gegensatz  zwischen  Rentabilität  und  Produktivität  :  1.  dadurch,
daß  eine  Unterproduktion  rentabel  wird,  2.  dadurch,  daß  eine
Überproduktion  rentabel  wird,  3.  dadurch,  daß  bei  der  Produktion ­
  die  Zukunft  der  Gegenwart  geopfert  wird.
ad  1.  Der  Fall  rentabler  Unterproduktion  tritt  ein:  a)  wenn
sich  den  Unternehmern  die  Möglichkeit  bietet,  durch  Verringerung ­
  der  Produktion  ihren  Brutto-  und  Reinertrag  zu  erhöhen.
*)  Landry,  Manuel  d’Economique,  p.  665  ff.  und  :  Le  Problème  du  Profit.
2 )  Landry,  L’Utilité  sociale  de  la  Propriété  individuelle,  Paris,  1901  und:
Manuel  d’Economique,  Anhang  I,  p.  761  ff.  —  Vgl.  0.  Effertz,  Les  Antagonismes ­
  économiques,  Paris,  1906,  2.  Teil,  cap.  4.
            
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