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Sperren zu sorgen. Den Werken, welche deutsche Arbeiter jetzt
aussperren und früher ausgesperrte jetzt nicht einstellen, müßte
verboten werden, fremdländische Arbeiter zu beschäftigen oder
Arbeiterinnen und Jugendliche einzustellen.
Schließlich zeigen die Vorgänge aber auch, wie bitter not
ein gesetzlich geregelter, streng paritätisch verwalteter Arbeits
nachweis besonders für die Schwerindustrie ist, und wird es
höchste Zeit, daß dem Hohen Bundesrat und Reichstag ein dies
bezüglicher Gesetzentwurf vorgelegt wird. Wenn die obigen
traurigen Vorgänge noch während des Krieges möglich sind, wo
alle Welt den Burgfrieden predigt, so mutz man daraus schließen,
daß es die Herren Arbeitgeber nach dem Kriege noch viel toller
treiben werden. Nicht nur die Arbeiter, sondern die Allgemein
heit leidet unter diesen Unterdrückungssystemen.
Einer geneigten Berücksichtigung dieser dringenden Wünsche
entgegensehend, zeichnet ehrerbietigst
Verband der Bergarbeiter Deutschlands.
Der V o r st a n d.
Der Hauptzweck dieser Eingabe liegt in dem Nachweise, daß
allen Ableugnungen zum Trotz die Bergwerksverwaltungen
an der gesetzlich unzulässigen Maßregel der Sperre festhalten.
Gegen solche geheime Abmachungen ist aber die Regierung
nach Aeußerungen ihrer Vertreter — machtlos. Viel mehr war
auch bei der Besprechung der Bergarbeitervertreter mit dem
Handelsminister am 26. Februar 1916 nicht herauszubekommen,
als eine platonische Verurteilung der Sperre.
B o ch u m, den 9. Januar 1916.
An das Generalkommando des Vit. Armeekorps
in Münster.
Seitens der hiesigen königlichen Polizei wurde uns vor drei
Wochen verboten, die im Felde gefallenen Mitglieder unseres
Verbandes in unserem Verbandsorgan, der wöchentlich einmal
erscheinenden „Bergarbeiter-Zeitung", zu veröffentlichen: Wir
haben seit der Zeit die Gefallenen nicht inehr veröffentlicht.
Hingegen bringen alle anderen wöchentlich ebenfalls einmal er
scheinenden Gewerkschäftszeitungen die Liste ihrer gefallenen
Mitglieder bisher noch weiter, so auch diese Woche. Zwei dieser
Verbandszeitungen werden allwöchentlich, wie unsere, massen
haft im Bezirke des VII. Armeekorps verbreitet und auch im Be
zirk (in Essen) gedruckt. Wir nehmen deshalb an, daß uns nur