Full text : Die Volkswirthschaftslehre

292  Buch  4.  Kap.  1.  Einkommenszweige.
Auswanderung,  verheerender  Krankheiten,  vollständiger  Mobilmachung ­
  der  Truppen  x.  eingetretene  außerordentliche  Verminderung ­
  des  Angebots  an  Arbeit  eine  Lohnerhöhung,  und
jegliche  ungewöhnlich  rasche  Vermehrung  jenes  nach  erfolgter
Wiedcrcntlassung  der  einberufen  gewesenen  Mannschaften,  ill
Nothstandszeiten  re.  eine  Lohncrniedrigung  herbeiführen,  insofern
keine  entgegenwirkenden  Einflüsse  hinzukommen.
8  156.
Durch  die  wechselnde  Ungleichheit  dieser  für  die  Lohnhöhe ­
  maßgebenden  Verhältnisse  ivird  es  nun  bedingt,  daß
der  Arbeitslohn,  dessen  wirklich  reiner  Betrag  sich  im  Allgemeinen ­
  nací)  dem  Maße  der  durch  die  Arbeit  gebrachten
persönlichen  Opfer  abzustufen  sucht,  nicht  nur  je  nach  der
Arbeitsart,  sondern  auch  örtlich  und  zeitlich  nothwendig
ungleich  beträchtlich  sein  muß.
Die  mannigfache  Verschiedenheit  der  Lohnbeträge  beruht  also
vorerst  darauf,  daß  sowohl  überhaupt  in  verschiedenen  Orten
und  Zeiten,  als  insbesondere  rücksichtlich  der  verschiedenartigen
Arbeiten  gleichzeitig  diejenigen  Verhältnisse,  welche  den  jederzeitigen ­
  Stand  des  Arbeitslohnes  bestimmen,  nicht  nur  an  sich
ungleich  beschaffen  sind,  sondern  auch  in  ungleichem  gegenseitigen
Verhältnisse  zusammenwirken.
Der  reine,  von  fremdartigen  Beimischungen  freie  Betrag  des
Arbeitslohnes  stuft  sich  nach  dem  Maße  der  durch  die  Arbeit
gebrachten  persönlichen  Opfer  ab,  weil  hiernach  alle  noch  so
verschiedenartige  Arbeiten  mindestens  annähernd  mit  einander
vergleichbar  sind,  und  weil  einer  im  Verhältniß  zu  diesen  Opfern
besonders  gut  gelohnten  Arbeit  sich  jederzeit,  insolveit  dies
unbehindert  geschehen  kann,  alsbald  mehr  Arbeitskräfte  zuwenden
deren  Mitwerben  nachher  bett  Arbeitspreis  niederdrückt,  wogegen
umgekehrt  der  fernere  Zudrang  zu  einer  hiernach  verhältnißmttßig
schlecht  gelohnten  Arbeit  früher  oder  später  abnimmt,  was
schließlich  wieder  zu  einer  Preiserhöhung  nöthigt.
Je  nach  der  Arbeitsart  sind  zunächst  schon  diese  Opfer  an
Zeit,  Mühe  und  Wohlbehagen  und  somit  ebenfalls  die  Productionskosten
  der  Arbeit  außerordentlich  abweichend  groß,  indem
der  Unterhaltsbedarf  mit  stärkerer  Inanspruchnahme  der  körperlichen ­
  und  geistigen  Arbeitskraft  beträchtlicher  >vird.  Wie  gewaltige
            
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