Full text : Die Volkswirthschaftslehre

290  Buch  4.  Kap.  1.  Einkommenszweige.
nehmcr  zur  Beschäftigung  von  Arbeitern  verwendet  werden,  um
so  beträchtlicher  vermag  auch  der  Verbrauch  an  Arbeitsproducten
und  der  zunl  unmittelbaren  Ankauf  von  Arbeit  verfügbar
bleibende  Einkommenstheil  zu  sein.
Allgemeinhin  wird  daher  vou  dem  Gebrauchstverthe  der
Arbeit  und  der  Zahlungsfähigkeit  der  Arbeitskäufer  der  Höchstbetrag ­
  des  Arbeitslohnes  ebenso  begrenzt,  tvie  vou  den  Productionskosten
  der  Arbeit  der  Mindestbetrag  desselben.  Uebrigens
kann  und  wird  der  Arbeitslohn  mit  zunehmendem  Gebrauchswerthe ­
  der  Arbeit  und  erhöhter  Zahlungsfähigkeit  der  Arbeitskäuser
  um  so  eher  steigen,  je  mehr  gleichzeitig  die  Nachfrage
nach  Arbeit  im  Vergleich  mit  dem  Angebote  an  solcher  zunimmt.
Selbiger  muß  dagegen  bei  abnehmendem  Gebrauchstverthe  und
verminderter  Zahlungsfähigkeit  der  Arbeitskäufer  fallen,  uub
wird  um  so  sicherer  fallen,  je  mehr  gleichzeitig  die  Nachfrage
nach  Arbeit  abnimmt.
8  155.
Das  Verhältniß  zwischen  Nachfrage  nach  und
Angebot  an  Arbeit  hängt  zuletzt  aber  wieder  wesentlich
mit  von  dem  Gebrmtchswerthe  der  Arbeit  und  der  Zahlungsfähigkeit ­
  der  Arbeitskäufer,  sowie  außerdem  von  der  verfügbaren ­
  mb  Arbeitsgelegenheit  suchenden  Arbeiterzahl  ab.
Durch  dasselbe  wird  der  Arbeitslohn  zwischen  seinem
überhaupt  noch  dauernd  möglichen  niedrigsten  mb  höchsten
Betrage  festgestellt.
Das  gegenseitige  Verhältniß  zwischen  Arbeitsnachfrage  und
Arbeitsangebot  hängt  im  Allgemeinen  voir  der  Masse  und
Dringlichkeit  ab,  in  und  mit  welcher  Arbeit  gesucht  und  angeboten ­
  tvird.  Die  jeweilige  Stärke  der  Nachfrage  ist  dabei
insbesondere  von  dem  Gebrauchswerthe  der  Arbeit  unb  der
Zahlungsfähigkeit  der  Arbeitskäufer  abhängig.  Je  größer  jener
und  diese  gegebenen  Falls  ist,  um  so  stärker  und  dringender
wird  die  zahlungsfähige  Arbeitsnachfrage  und  umgekehrt  um  so
schwächer.  Die  jedesmalige  Stärke  des  Arbeitsangebotes  hingegen ­
  ist  von  der  verhältnißmäßigen  Menge  der  sich  für  eine
bestimmte  Arbeitsart  darbietenden  Arbeitskräfte  abhängig,  und
kann  dort  am  beträchtlichsten  werden,  wo  geeignete  Arbeiter
massenhaft  vorhanden  sind.  Die  Arbeitermcnge  vermehrt  sich
            
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