Full text: Theoretische Sozialökonomie

WZ Kap. IV. Der Mechanismus der Preisbildung. 
drückten früher die Abhängigkeit der Nachfrage von den Güterpreisen 
unter der Voraussetzung aus, daß die Gesamtausgaben der Konsumen- 
ten gegeben waren. Jetzt haben wir von den vorläufig als bekannt an- 
genommenen Preisen der Produktionsmittel auszugehen und mit Hilfe 
derselben die Einkommen der verschiedenen Einzelwirtschaften zu be- 
rechnen. Diese Einkommen bestimmen nach unserer Voraussetzung in 
Verbindung mit den ebenfalls aus den Preisen der Produktionsmittel zu 
berechnenden Güterpreisen die gesamten Konsumtionsausgaben der 
Einzelwirtschaft, weshalb wir die Gleichungen (4) in derselben Weise 
wie oben aufstellen können. In diesen Gleichungen treten jetzt aber 
nicht länger wie früher die als gegeben angenommenen Gesamtaus- 
gaben als Konstanten auf. Dafür sind aber die Koeffizienten der Funk- 
tionen F,...F, nunmehr Funktionen der Preise der Produktionsmittel. 
Die Variablen p,...p„ Sind aber selbst, dem Gleichungssystem (3) ge- 
mäß, Funktionen von den unbekannten q,...dq,.. Die Funktionen 
F,...F, enthalten also nunmehr außer den Variablen q,...Gq,. nur 
Konstanten, die in unserem Problem als gegeben angesehen werden 
müssen, und die die Abhängigkeit der Nachfrage von der gesamten 
Preislage und der dadurch bestimmten Einkommensverteilung dar- 
stellen. 
Bisher haben wir unsere Analyse unter der Voraussetzung einer 
stationären Wirtschaft durchgeführt. Jetzt haben wir auch die gleich- 
mäßig fortschreitende Wirtschaft in Betracht zu ziehen. Da befinden 
sich die Produktionsmittelmengen, die in jeder Einheitsperiode zur 
Verfügung stehen, also unsere Rı...R;, in gleichmäßigem Zuwachs. 
Den festen Prozentsatz, welcher diesen Zuwachs und überhaupt den 
gleichmäßigen Fortschritt der Wirtschaft kennzeichnet, wollen wir 
mit c bezeichnen. Denken wir uns die Preise der Produktionsmittel 
vorläufig als gegeben, so sind die.Geldeinkommen, welche durch den 
Verkauf dieser Produktionsmittel erhalten werden, und welche also 
auch mit dem Prozentsatz c wachsen, bestimmt. Von diesem Ein- 
kommen wird ein Teil gespart, der Rest zum Kauf von fertigen Gütern 
verwendet. In der gleichmäßig fortschreitenden Wirtschaft ist aber 
der Spargrad konstant und die Geldsummen, welche in jeder Periode 
der Konsumtion zur Verfügung stehen, wachsen dann ebenfalls mit 
dem Prozentsatz c. Mit Hilfe der technischen Koeffizienten a werden 
die Preise der fertigen Güter nach den Gleichungen (3) in derselben 
Weise wie im vorigen Falle bestimmt. Da diese Preise konstant bleiben, 
kann die Nachfrage mit ihrer stetig wachsenden Kaufkraft in steigendem 
Umfang befriedigt werden. In der gleichmäßig fortschreitenden Wirt- 
schaft dürfen wir deshalb voraussetzen, daß unsere N,... N, sämtlich 
ebenfalls mit dem festen Prozentsatz c wachsen. Dasselbe muß dann 
von unseren A,...A, gelten. 
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