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Bei Beurteilung der neuen Welt im Cripple Creeker
Bezirk muß man unwillkommene Erscheinungen mit in den
Kauf nehmen. Die Menschen, die sich ursprünglich dort
oben ansiedelten — von der Begierde ergriffen, schnell
reich zu werden — entstammten zumeist den ungebildeten
Volksklassen; die besseren Elemente, die dann als technische
und kommerzielle Hilfskräfte hinzutraten, haben an der
Grundfärbung wenig zu ändern vermocht. Es geht ein Zug
ungraziösen, beinahe rohen Abenteurertums durch das
Ganze. Aus den Augen der Menschen sprechen alle Leiden
schaften. Jedermann spielt — nicht allein in den Shares der
Minen-Gesellschaften, sondern auch in den „Gambling
Houses“, die bis zum Winter 1901/02 Tag und Nacht ge
öffnet waren. Damals erschoß beim Spiel im Jähzorn ein
in verhältnismäßig kurzer Zeit zu einem Millionenvermögen
gelangter Minenbesitzer einen Grubenarbeiter, der ihn nur
harmlos geneckt hatte. Daraufhin wurden auf Befehl des
Sheriffs die öffentlichen Spielhöllen geschlossen, in denen
die „Roulette“ am meisten beliebt war. Ich habe mir
die Räume eines solchen „Gambling House“ zeigen
lassen. Wenn auch der Eindruck nur ein unvollkommener
sein konnte, da niemand bei der „Arbeit“ war, so er
schienen Einrichtung und Aufmachung — natürlich verbietet
sich jeder Vergleich mit Monte Carlo — übersichtlich
und behaglich; weit komfortabler als in den versteckten
„Poker“-Zimmern, die ich in den Klubs von Colorado
Springs oder späterhin in Salt Lake City in Utah ge
sehen habe. . . .
Die Stadt Colorado Springs, der klimatische Kurort
Amerikas für Tuberkulöse, ist erst im Jahre 1871 begründet
worden. Auch hier hat sich aus kleinen Anfängen heraus
ein stattliches Gemeinwesen entwickelt. Colorado Springs
zählt zur Zeit an 25 000 Einwohner, ein schönes Stadthaus,