Full text : Die deutsche Volkswirthschaft und der Weltmarkt

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bei  diesen  Betrieben  noch  zugekauft  werden  müssen.  Die  Betriebe
mit  4—5  ha  haben  rechnungsmässig  wohl  einen  Ueberschuss,  auf  dem
Kornboden  wird  er  jedoch  selten  zu  finden  sein;  auch  für  die  Grössenklassen ­
  von  5—10  ha  dürfte  dies  theilweise  noch  zutreffen:  denn
gerade  in  diesen  Betrieben  schmälert  die  hier  sehr  stark  betriebene
Viehzucht  das  verkäufliche  Quantum  Getreide  recht  erheblich.  Im
allgemeinen  wird  also  in  Wirthschaften  unter  10  ha  wohl
nur  wenig  Brotgetreide  zum  Verkaufe  produzirt  werden.
Auch  die  Wirthschaften  von  10—20  ha  werden  wohl  nur  in  den
seltensten  Fällen  den  rechnungsmässig  vorhandenen  Ueberschuss  von
24  dz  Weizen  bezw.  Roggen  zu  Markte  führen.
Dagegen  sind  zweifellos  für  die  Betriebe  von  100  ha  aufwärts ­
  die  verkäuflichen  Mengen  grösser  als  in  unserer  Uebersicht  aufgeführt. ­
  Wenn  der  letzteren  auch  natürlich  nur  ein  relativer  Werth  zukommt, ­
  so  ist  sie  doch  jedenfalls  einigermassen  geeignet,  die  Frage
nach  den  Interessenten  der  Roggen-  und  Weizenzölle  in  bessere  Beleuchtung ­
  zu  rücken.  Da  der  Hafer-  und  Gerstenbau  im  ganzen  eben
dort  ist,  wo  der  Roggen-  und  Weizenbau  zu  finden  ist,  so  können  wir
den  hieraus  zu  ziehenden  Schluss  verallgemeinern  und  sagen:  Es
ist  eine  im  Verhältniss  zum  grossen  deutschen  Volkskörper ­
  geradezu  verschwindende  Anzahl  von  Landwirthen,
welche  den  Nutzen  der  Getreidezölle  abschöpfen.
Die  inter-  Die  Interessenten  der  Vieh-  und  Fleischzölle  haben  wir  auf
essenten  der  .  .  .
Vieh-  und  anderer  Seite  zu  suchen,  nämlich  in  den  bäuerlichen  Betrieben.
Fieischzoiie.  j en  Betriebszählungen  von  1895  treffen  auf  100  ha  landwirthschaftlich
  benützter  Fläche  in  Betrieben

unter  2  ha

2—20  ha

20  ha  und  darüber

Rindvieh  .

78

69

37

Schweine  .

192

50

20

Es  ist  also  die  Viehzucht  fast  vollständig  (80%  und  92%)  auf
den  bäuerlichen  Kleinbetrieb  beschränkt  und  zwar  die  Schweinhaltung ­
  zu  %  (73%),  die  Rindviehzucht  fast  zur  Hälfte  (45°/o)  auf  den
Parzellenbetrieb  unter  2  ha!
Leider  kommt  nun  der  Nutzen  der  deutschen  Viehzölle  nicht
dem  Bauer  zu  Gute,  sondern  wird  ebenfalls  vom  Grossgrundbesitzer
            
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