fullscreen : Deutschlands chemische Industrie

worden;  so  des  schön  krystallisierenden  Blutlaugensalzes
wie  der  giftigen  Blausäure,  die  noch  jetzt  in  England
und  Frankreich  den  Namen  Preussisches  Kali  und
Preussische  Säure  führen.  Welche  Früchte  hat  diese
Berliner  Erfindung  gezeitigt!  Deutschlands  Produktion
Zyansalze  von  Zyansalzen,  etwa  die  Hälfte  der  Weltproduktion,
wird  gegenwärtig  auf  10000  Tonnen  im  Jahre  geschätzt,
im  Werte  von  13  Millionen  Mark.  Den  grössten  Teil
daran  hat  das  Natriumzyanid,  zu  dessen  Bereitung  metallisches ­
  Natrium  verwendet  wird,  das  man  in  Rheinfelden
  auf  elektrolytischem  Wege  mit  Hilfe  der  Wasserkraft ­
  des  Rheins  gewinnt.  Dieser  Industrie  hat  sich  die
Deutsche  Gold-  und  Silberscheideanstalt  in  Frankfurt ­
  a.  M.  angenommen,  mit  der  der  Name  Rössler
durch  drei  Generationen  eng  verknüpft  ist.  Anfangs
der  siebziger  Jahre  ist  sie  durch  die  Scheidung  der
alten  preussischen  Taler  bekannt  geworden,  deren  nicht
unbedeutender  Goldgehalt  in  früheren  Zeiten  nicht
vollständig  abgeschieden  werden  konnte.  Von  jenen
Zyansalzen  bleibt  nur  ein  sehr  geringer  Teil  im  Inlande, ­
  der  zu  galvanischen  Zwecken  verwendet  wird.
Bei  weitem  der  grösste  Teil  des  Zyannatriums  wird  dagegen ­
  in  die  goldgesegneten  Gefilde  von  Mexiko,  Südafrika ­
  und  Alaska  gesandt,  wo  seit  Anfang  der  neunziger
Jahre  die  letzten  Anteile  des  fein  verteilten  Goldes  aus
den  verpochten  Erzen  durch  eine  verdünnte  Zyanidlösung ­
  herausgewaschen  werden.  Von  den  256  000  kg
Gold-  Gold,  die  im  Jahre  1911  in  den  Transvaalminen  geextraktion
  fördert  wurden,  sind  93  000  kg  durch  diese  Zyanidextraktion ­
  gewonnen  worden,  wofür  etwa  6000  Tonnen
Zyannatrium  verbraucht  wurden.
Unter  den  Chemikern  des  18.  Jahrhunderts  steht
Andreas  Sigismund  Marggraf  an  erster  Stelle.  Er
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.