Einleitung.
Allgemeines über den internationalen Effektenkapitalismus.”
1. Begriff und Wesen.
Mit der fortschreitenden Entwicklung des Kapitalismus
zum Hochkapitalismus hat sich das Wirtschaftsleben in
Deutschland, England, Frankreich und den Vereinigten
Staaten mehr und mehr verbörsianisiert, d. h. die Effektenbörse
ist in steigendem Maße die Basis aller kapitalistischen
und damit wirtschaftlichen und politischen Expansion, nicht
nur Reflex, sondern Mittelpunkt alles ökonomischen Geschehens
geworden. Der Prozentsatz des N ationalvermögens,
der Effektenform hat, ist daher von Jahr zu Jahr gestiegen,
desgleichen der Anteil ausländischer Effekten am Gesamteffektenbesitz,
Die folgenden Zahlen zeigen die Effektifizierung
der vier hochkapitalistischen Nationen vor dem
Weltkrieg: ”
In Milliarden Mark
1. Volkzs- ” Gesamt Prozent.
vermöge ffekten: satz von
beta 2 mul.
Vereinigte Staaten 20 90
Deutschland zZ) %
England 42 0%
Frankreich 1i8 51 %
Die Grundlage dieser Effektifizierung des Volksvermögens
(nationaler Effektenkapitalismus) ist außer der
Volkstümlichkeit des Wertpapieres ein hochentwickeltes Börsen-
und Bankwesen; die Basis des internationalen Effektenkapitalismus,
d. h. der Beteiligung einer Volkswirtschaft
an den Erträgen der anderen vermittels des Erwerbes ihrer
Effekten, sind die großen internationalen Bankhäuser bezw.
Aktienbanken einerseits, die Weltbörse andererseits. Als
Solche möchte ich den Komplex der sechs großen Fondsbörsen
Amsterdam (gegründet 1608), London (gegründet
1697), Paris (gegründet 1724), Berlin (gegründet 1776).
1) Über den Begriff des Effektenkapitalismus, vergl. Liefmann, Beteiligungs-
und Finanzierungsgesellschaften
v. Reibnitz, Kapitalawanderungen