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ihr gehandelt wurden, waren es im Januar 1827 schon
zweiundvierzig, außer acht verschiedenen Staats- und Kom-
munalanleihen, zwölf Bankaktien, die Anteile von neunzehn
See- und Feuerversicherungsgesellschaften und die Aktien
verschiedener Kanal- und Gasgesellschaften. Schon vor
Gründung der Eisenbahngesellschaften waren Aktiengesell-
schaften zum Bau von Chausseen und Kanälen ins Leben
gerufen, und Agenten zur Unterbringung ihrer Anteile in
Deutschland, England, Holland und Frankreich herumge-
schickt worden. 1830 wurde die erste Eisenbahnaktie an
die New Yorker Börse gebracht. Es waren die Anteile der
Mohawk- und Hudsonbahn, die 1869 mit der New Yorker
Zentralbahn verschmolzen wurde. Bald darauf wurden die
Aktien der jetzt noch bestehenden Baltimore and Ohio
Bisenbahn emittiert, die schon damals ein viel umgesetztes
Spekulationspapier waren; etwas später die Anteile der mit
englischem Kapital und von englischen Ingenieuren ge-
bauten Eriebahn und der Atlantic und Great Western Bahn.
Von 1830—1837 stand die Stock Exchange in New York
völlig unter dem Einfluß der Neugründungen zahlreicher
Eisenbahngesellschaften, deren Netz mit Hilfe englischer
und holländischer Kapitalien in dem Jahrzehnt 1830—1840
von 95 auf 2818 Meilen wuchs und das europäische schon
damals an Länge übertraf). Der Umstand, daß die ameri-
kanische Staatsschuld beinah getilgt, der Wert des Außen-
handels in den sieben Jahren 1830—1837 von 133 auf
300 Millionen Dollar gestiegen, die Einwohnerzahl von
12,9 Millionen 1830 auf 17,1 Millionen 1840 gewachsen
war?®), hatte die europäischen Kapitalistenkreise verlockt,
sich an zahlreichen, neugegründeten Gesellschaften zu be-
teiligen. 1836 soll die Effektenschuld der Vereinigten
Staaten an Europa 100 Millionen, 1837 150 Millionen Dollar
betragen haben?). Die erste Bank, deren alleiniger Zweck
die Unterbringung amerikanischer Werte in Europa war,
wurde 1836 mit einem Kapital von 1 Million £ gegründet,
Es war die British Bank of North America, die 1843 'eine
Filiale in New York errichtete. Die ersten Eisenbahnanteile
auf dem Londoner Kurszettel (1834) waren die fünf- und
sechsprozentigen bonds der Camden & Amboy-Eisenbahn.
Ihnen folgte bald die Obligationen der Reading-Lehigh-
pp. ——
1) Kurt Freiherr von Reibnitz, die New Yorker Fondsbörse (Stock
Exchange). 5. 6 ff.
2) Das Aktienkapital der nordamerikanischen Banken stieg von
1830—1837 von 110 Millionen Dollar auf 225 Millionen Dollar.
3) W. G. Summer, The History of Banking in the United States.
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