weitgespannte Freiantenne vorgesehen. Mit der Inneneinrichtung
der Laboratorien ist bereits begonnen
worden. Planmäßig vorgesehen sind für das Kesselhaus
zwei Dampfkessel für I4 Atmosphären, von denen
der eine bereits den Betrieb aufgenommen hat; ferner
ist der Platz für eine später aufzustellende Höchstdruckanlage
von 100 Atmosphären gelassen. Im Dampfmaschinenlaboratorium,
das zugleich die Kraftzentrale
bildet, kommt eine Dampfmaschine von 200/280 PS
Leistung zur Aufstellung, deren Leistung durch die
spätere Vorschaltung eines Höchstdruckzylinders um
weitere 100 PS steigerbar ist, sowie ein Lokomobil
von 40 PS. Außerdem ist dort die Aufstellung einer
Dampfturbine vorgesehen. Ein Anschluß an das
städtische Netz von 80 KW ist vorhanden, der später
aoch erforderlichenfalls durch einen dort einmündenden
Hochspannungsanschluß von 200 KW ergänzt
werden kann. Im Verbrennungskraftmaschinenlaboratjorium
ist eine 100/150 PS Zweitaktdieselmaschine,
die vom Laboratoriumsvorstand eigens für Studienzwecke
entworfen wurde, in Bestellung, eine 40 PS
Vorkammermaschine der Fa. Krupp A. G., bereits
in Aufstellung, sowie eine kompressorlose Zweizylinder-Viertakt-Dieselmaschine
von 70 PS zur Kraftreserve
and eine 50 PS Lastkraftwagen-Dieselmaschine zur
Aufstellung geplant. Nach Vollendung der Inneneinrichtung,
wozu auch ein wärmechemisches Laboratorium
gehört, wird dieses Laboratorium, das besonders
auf die wissenschaftliche Erforschung der so sehr im
Vordergrund des technischen Interesses stehenden
Dieselmaschine zugeschnitten ist, eine Forschungseinrichtung
besitzen, welche fast alle der überaus zahl-‚eichen
im Dieselmaschinenbau noch zu lösenden
Probleme zu bearbeiten gestattet. Im Laboratorium
für Maschinenelemente sind interessante und neuartige
Versuchseinrichtungen für die Erforschung der technisch
so überaus wichtigen und vielfach noch ungeklärten
Fragen der Reibung, insbesondere auch für
die Bedürfnisse des Eisenbahnwesens, sowie eine Feinmeßstelle
im Werden. Das Wasserkraftmaschinenlaboratoriuum
befindet sich noch im Rohbau. Die
Zentralwerkstätte wird einem mit allen nötigen Werkzeugmaschinen
ausgestatteten Reparaturpark erhalten,
der insbesondere auch zur Herstellung von Apparaten
dienen wird, die sich für die wissenschaftliche
Forschung als notwendig ergeben und in Zukunft
für den Laboratoriumsbetrieb wesentliche Ersparnisse
bringen wird; eine Holzbearbeitungswerkstätte,
Schmiede sowie eine kleine Gießerei (bis 50 Kilogramm
Stückgewicht) werden der Zentralwerkstätte
angeschlossen werden.
Auch an der Technischen Hochschule in Graz
wurden neue Lehrkanzeln, und zwar eine ordentliche
für Eisen- und FEisenhochbau und ein zweites Ordinariat
für Geodäsie geschaffen.
An den beiden Technischen Hochschulen konnte
uch dem Erfordernis an. praktischen Übungen durch
Vermehrung des wissenschaftlichen Hilfspersonals
wenigstens einigermaßen Rechnung getragen werden.
Tierärztliche Hochschule.
Die bis zum Kriegsende unter der Verwaltung des
keichskriegsministeriums gestandene Tierärztliche
Hochschule wurde mit I. Jänner 1920 in die Zivilverwaltung
übernommen und dem damaligen Staatsımte
für Inneres und Unterricht unterstellte. Vom
Studienjahre 1927/28 an wurde die Studiendauer an
lieser Hochschule von acht auf neun Semester verlängert.
Gleichzeitig wurde der Studien- und Unter-:ichtsbetrieb
durch die Errichtung mehrerer
Lehrkanzeln und die Schaffung der Stelle eines
3ibliotheksdirektors ausgestaltet.
Neu ausgebaut wurden die Rinderklinik, die geburts-1ilfliche
Klinik und die chirurgische Klinik, ein Amsulatorium
für kleinere Haustiere an der letztgeı1annten
Klinik errichtet; die Lehrkanzeln für Tier-‚ucht,
Physiologie, Histologie und Milchhygiene
vurden ausgestaltet und an der medizinischen Klinik
ne Notschlachtbrücke eingerichtet.
Durch Bereitstellung der Mittel seitens des Educajon
Board wurde ein vorbildliches Röntgeninstitut
“ür Großtiere geschaffen und mit Hilfe der Unterjchtsverwaltung
entsprechend eingerichtet, wodurch
Jie Tierärztliche Hochschule in den Besitz. der
größten Röntgenanlage auf dem Kontinen'
selangt ist.
Hochschule für Bodenkultur.
Auch an der Hochschule für Bodenkultur galt €
lie während des Krieges eingetretenen Schäden aus
zubessern und die Einrichtungen einer Reihe vor
„ehrkanzeln und Instituten zu ergänzen und zu €!”
1euern. So wurde für die Lehrkanzel für Pflanzen“
züchtung ein modernes Glashaus erbaut und
ür die Lehrkanzel für Anatomie und Physiologie der
Jaustiere ein Stall für Versuchszwecke errichtet. Die
/ersuchsstation in Großenzersdorf wurde durch
Zereitstellung der erforderlichen Mittel in die Lag®
‚ersetzt, die notwendigsten Einrichtungen für eine”
den heutigen Anforderungen entsprechenden Betrieb
zu schaffen.
Mit Hilfe des International Education Board wurde
zei der Lehrkanzel für Phytopathologie ein große®
Glashaus errichtet und eine fischereibiologische Ver“
zuchsstation in Weißenbach am Attersee iP®
Leben gerufen, die unter der Leitung des Vorstandes
der Lehrkanzel für Hydrobiologie und Fischereiwir“
schaftslehre an der Hochschule für Bodenkultur steht
au]