Full text: Kurzer Umriss der Sozialfürsorge in R.S.F.S.R.

letzten Endes der Staat zu tragen — aber auch die 
Truppe selbst hatte häufig zu leiden, wenn nämlich 
infolge Lieferung schlechter Ausrüstung ihre Kampf- 
kraft sank. 
Morgan ließ nun durch Mittelsmänner fünftausend 
verrostete Karabiner von einem längst nicht mehr ge- 
bräuchlichen Typ aufkaufen. Die Waffen, die ihm 
17500 Dollar gekostet hatten, wurden notdürftig 
äußerlich wieder instandgesetzt und dem General Fre- 
mont angeboten — für 110000 Dollar. Fremont griff 
zu, wahrscheinlich ohne vorher die Karabiner gesehen 
oder sich von ihrer Brauchbarkeit beziehungsweise 
Unbrauchbarkeit überzeugt zu haben. 
Das Geschäft versprach also Morgan und seinen 
Mittelsmännern einen Gewinn von fast 100 000 Dollar. 
Aber Fremont scheint einer von den geschäftstüchtigen 
Heerführern gewesen zu sein, denn die große Anzahl 
der von ihm abgeschlossenen, nicht ganz einwandfreien 
Lieferungsverträge erweckte endlich den Argwohn der 
Regierung, Sie ordnete eine Nachprüfung an und be- 
anstandete unter anderem auch die für die Karabiner 
geforderte Summe. Sie erklärte sich zwar bereit, die 
Hälfte des mit Fremont abgemachten Kaufpreises, also 
55000 Dollar, zu zahlen, hiermit aber wollte sich der 
Strohmann Morgans nicht zufriedengeben. Es kam zu 
einem Prozeß, und da der Vertrag sich formell als un- 
angreifbar erwies, wurde die Regierung zur Zahlung 
der gesamten Summe verurteilt. 
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