Full text: Mexico

32 
Die Natur des Landes. 
Mexicos deutliche Beziehungen nachN or den und nachS üden: 
in der Tieflandregion der Tropen und an den feuchten Gebirgs- 
abdachungen herrscht die mexicanisch-mittelamerikanische 
Tierwelt vor, die viele südamerikanische Formen beherbergt; 
auf dem mexicanischen Hochland findet sich dagegen großen- 
teils dieselbe Tierwelt, wie im benachbarten Felsengebirge von 
Neumexico und Arizona. Zwischen beiden Gebieten ist aber 
auch vielfach ein Austausch eingetreten, namentlich sind 
gewisse Hochlandstiere auch in trockene tiefgelegene Tropen- 
gebiete eingewandert und heimisch geworden, wie der virgini- 
sche Hirsch, der Coyote u. a. Als Charaktertypen der tropischen 
mexicanischen Säugetierwelt wären zu nennen zwei Affen- 
arten; Jaguar, Ozelot, Puma und andere Katzenarten; Nasenbär; 
Gürteltier; Tapir; Pecari; als Hauptvertreter der Hochlands- 
säugetiere der schwarze Bär (nur im außertropischen Gebiet), 
der Waschbär, Coyote, Luchs, Stinktier, Fischotter, virginischer 
Hirsch, Hase. Beide Säugetierfaunen sind ‘nicht sonderlich 
individuenreich, so daß die Jagd in den meisten Gegenden nur 
wenig zu bieten vermag, Viel individuenreicher ist die Vogel- 
welt; die Farbenschönheit des Gefieders vieler Vögel hat die 
ursprüngliche Bevölkerung des Landes zu einem eigenartigen 
Zweig des Kunstgewerbes angeregt, der freilich zur Zeit bis auf 
kümmerliche Reste wieder verschwunden ist: Herstellung kunst- 
vollen Federschmucks. Von besonderer Schönheit ist der in 
den Gebirgswäldern von Chiapas noch ziemlich häufige Quezal 
(Pharomacrus mocinna). Wichtig ist der Zopilote (Aasgeier) 
durch Ausübung der Gesundheitspolizei. Im Winter hausen viele 
kanadische Gänse und Enten auf den Seen des Hochlandes. 
Ebendort findet sich auch das eigenartige geschwänzte Am- 
phibium Axolotl, das der indianischen Bevölkerung al”er;in 
Leckerbissen gilt. Schlangen, darunter sehr giftige, sind nament- 
lich in den tropischen Urwaldregionen häufig, Schildkröten und 
Alligatoren in den Gewässern wärmerer Regionen. Der Fisch- 
reichtum des Meeres und vieler Süßwasserflüsse und Seen ist 
ansehnlich und daher von Wichtigkeit für die Anwohner. Auch 
die Süßwassermollusken, die fast durchweg nordamerikanisch 
sind, werden zur Nahrung benutzt, ihre Schale zu Kalk ge-
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.