zu ergänzen. Diese Bewegung ist für die künftige Ent-
wicklung unseres Fremdenverkehrs ungemein wertvoll,
denn sie geht ja darauf aus, seinen Nutzkoeffizienten
zu erhöhen, und zwar, das ist der springende Punkt,
auch in der bisher wenig beachteten Vor- und Nach-
saison und im Winter. Wir haben eben gesehen, daß
die Hochsaison kaum eines weiteren Zustromes bedarf,
solange es nicht möglich ist, mit der Vermehrung der
Unterkünfte Schritt zu halten. Die für das wirtschaftliche
Ergebnis des Fremdenverkehrs maßgebende Über-
nachtungsziffer läßt sich also nur durch Belebung
des Besuches außerhalb der Hauptreisezeit wesentlich
erhöhen. Ebenso wie man durch Seilbahnen eine Winter-
3aison schaffen kann, wo bisher noch keine in Betracht
kam, so kann man zum Beispiel durch Strandbäder
den Besuch in der Vor- und Nachsaison erheblich
fördern. Die Strandbadbewegung ist auf einem förm-
lichen Siegeszug durch ganz Österreich begriffen und
die in großer Zahl neu entstehenden Anlagen bilden
einen willkommenen Ersatz für das fehlende Meer. In
Wien hat die Fremdenverkehrskommission der Bundes-
länder Wien und Niederösterreich durch die Fest-
wodcen eine erfolgreiche Verlängerung der Saison her-
beigeführt und durch die Aktion „Kongreßstadt Wien”
{für eine Belebung des Verkehres im Frühjahr und
Herbst gesorgt. Die von der Bundesregierung und der
Stadt Wien veranstalteten B eethoven-und Schubert-
Zentenarfeiern halten das Interesse der musikali-
schen Welt für Wien seit vorigem Jahr beständig wach.
Dasselbe gilt für das I0. Deutsche Sängerbundesfest, fürdie
Salzburg mit der Feste” Hohensalzbure
Salzburger lestspiele”’, während die großaufgemachte
‚S00-Jahr-Feier der Stadt Graz” die Aufmerk-
jaamkeit des Reisepublikums auf ein Gebiet lenkt, das
»isher sehr zu Unrecht. weniger Beachtung fand. Diese
Zeispiele ließen sich beliebig fortsetzen. Als besonders
»ezeichnend sei indes nur hervorgehoben, daß auch die
5sterreichischen Heilbäder, von denen bekanntlich
ne ganze Reihe eine Monopolstellung in der Balneo-
ogie einnimmt, sich nicht verleiten lassen, es mit dem
)bernommenen und Vorhandenen genug sein zu
assen, daß sie vielmehr ebenso wie jede Sommerfrische,
lie erst bekannt werden will, unausgesetzt trachten;
hren Gästen Neues zu bieten. In gleichem Sinne ar-
»eiten die Österreichischen Winteraufenthaltsorte, um
las zu werden, was Aussicht auf Erfolg im Fremden-
‚erkehr hat, Wintersportplätze. Mit dem Schnee
ıllein, so unentbehrlich er auch ist, ist es auch hier nicht
zetan, er ist gewissermaßen nur das Rohprodukt, das
»rst durch verschiedene Anlagen und sportliche Ein-
ichtungen verwertet werden kann. Der bekannte
>nglische Journalist C. E.R. Gedye, der im Vorjahre
Österreich bereist hat, schreibt über diese Entwicklung
m „Daily Expreß” unter dem Titel „Österreich findet
2öine Goldmine im Schnee der Berge” unter
anderem: „Österreich ist jetzt nicht mehr reich, es hat
‚eine Kohle und anderes und auch seine Absatzmärkte
verloren, aber man hat ihm den Schnee gelassen.
Dieser bringt ihm reichen Gewinn .....!” Es bedarf
einer langen Erörterungen, um zu beweisen, daß ein
and von so ausgesprochener natürlicher FKigenung, wie
iandeevarkahrcgmtac Salır
1 Ö/M