Garnisonen. Nur die F eldjäger zu Rad konnten größere
Ortsveränderungen zu Uehbungszwecken vornehmen. Die
“Tsten geplanten größeren Uebungen des Bundesheeres
Im Jahr 1926 mußten abgesagt werden, da die anhaltend
Schlechte Witterung und die Rücssichten auf die Land-
Wirtschaft dagegen sprachen.
. Erst 19027 konnten «die Brigaden durch etwa zehn Tage
Feizügige Vebungen ferne der Garnison vornehmen.
Diese VUebungen waren sowohl für die T ruppen von sehr
Sroßem Nutzen, aber auch für das Bundesheer als
Ganzes, das endlich in allen Bundesländern Gelegenheit
hatte, sich der Bevölkerung zu zeigen und zu beweisen, daß
in den vergangenen Jahren ehrliche Arbeit geleistet
af. Der Jubel, mit dem die Truppen überall begrüßt und
A Slert wurden, war der beste Lohn und die schönste
ai nung für das selbstlose jahrelange Ringen gegen
Ziel ose Widerstände. Die Erreichung des langersehnten
Volk der Heeresleitung: das geworbene Heer zum
fund Sheer zu gestalten, hatte volle Anerkennung ge-
B en. Auch das Ausland begann, die Fortschritte des
Undesheeres mit Interesse zu verfolgen.
Im Jahr 1928 fanden Schießübungen der Infanterie und
Artillerie in OÖbersteiermark, dann Schießübungen
Tru 4. Brigade im Dachsteingebiet statt, Auf dem
ü nn brangspltte Bruck - Neudorf - Kaisersteinbruch
Herb die Truppen der I, 2. und 3. Brigade. Im
&hst hielt das Bundesheer Uebungen mehrerer Bri-
Kn im Raum von Scheibbs und Haag ab, die
gaben ‚hohen Ausbildungsgrad der Truppen Zeugnis
Hehler, Die Aufnahme der Truppen in allen Uebungs-
Aus en durch die Bevölkerung war wieder eine über-
über enche, allenorts herrschte sichtliche Befriedigung
Haltu as vorzügliche Ausschen und die vortreffliche
führte aller Teile des Bundesheeres. Die Pioniertruppe
Trap = sofern sie nicht an den Uebungen der anderen
Krie a eihnahm — gesonderte Vebungen mit Kraftfahr-
Polen rückentrains und Stromfahrten durch. Die
ra konnte 1927 bei Neulengbach ge-
Wirken. einer großen Telegraphenübung im Zusammen-
bewein mit Stäben und Truppen ihr hohes Können
isen,
uns der Heeresverwaltung verblichenen Uch un gS-
Bewinne ießplätze wurden neu eingerichtet, Sie ge-
infolge immer mehr Bedeutung, je weniger Gelände
Din er intensiveren Bebauung betrethbar hbleiht.
der S unerläßliche Ergänzung der Ausbildung bildet
klang st N der mit der militärischen Ausbildung im Ein-
bildung Rn Diese erfordert ‚eine gleichmäßige Durch-
Schnitte er Soldaten mit Erzichung vernünftiger Durch-
übungen. gen. Die sportliche Tätigkeit umfaßt Frei-
Schwimn, Turnen, ; Schwerathletik, Leichtathletik,
bildung E ‚und Alpinistik, Die Leitung der Körperaus-
kommang. liegt bei den Truppen den Unterabteilungs-
Kurses © — deren Hilfsorgane- Absolventen des
Staltungen, \örperausbildung sind. Verschiedene Veran-
und Hex a, Wie die ehemaligen Unterabteilu ngswetthewerhe
feste a ar terschaften, die jetzigen Brigadesport-
SPortfest as seit 1927 jährlich stattfindende Heeres-
Staltungen der Wien, das sich unter den großen Vera
rungen Rn er Bundeshauptstadt einen vornehmen I latz
Mitte] der at, ‚haben den Sport in seiner Form als Hilfs-
militärischen Ausbildung zum Durchbruch
‚erholfen. Die Schwimmausbildung wird besonders nach-
lrücklich betrieben, ebenso die dem Gebirgscharakter
Jesterreichs Rechnung tragende Alpinausbildung. Für
Hilfeleistungen hei alpinen Unglücksfällen sind eigene
ılpine Rettungspatrouillen des Bundesheeres in mehreren
Garnisonen aufgestellt, die schon wiederholt in Gefahr
zeratenen Bergsteigern Hilfe gebracht haben. Der Reit-
;port, der trotz fortschreitender Mechanisierung noch in
ıllen Heeren eifrig gepflegt wird, hat auch im Bundesheer
ıngemessene Ausgestaltung erfahren. Während ursprüng-
ich keine geeigneten Pferde zur Teilnahme an Reit-
sonkurrenzen zur Verfügung standen, ist es vieljährigen
jemühungen gelungen, hier Abhilfe zu schaffen. Die
ingeführten „Wettbewerbe zu Pferd” der einzelnen
3rigaden wurden eine gute Vorschule zur Teilnahme
ldeeresangehöriger an größeren zivilen Konkurrenzen.
Yunmehr kann das Bundesheer alljährlich bei den
zroßen Wiener Reitveranstaltungen immer eine Zahl von
Preisen gewinnen. Das heste Zeugnis für die vorzüg-
iche Reitausbildung, die das Bundesheer seinen Ange-
ıörigen vermittelt, ist die Tatsache, daß das Bundes-
ı1eer 1027 und 1928 in der internationalen Dres-
zurprüfung schwerster Klasse Sieger wurde, daß
zin Offizier der Schwadron Nr. 6 im Jahr 19028 die
sroße internationale Offizierssteeplechase
iberlegen gewinnen konnte und daß Offiziere
les Bundesheeres an der Amsterdamer Olym-
>iade mit Erfolg teilnahmen. In allen Garnisonen finden
ährlich Bestschießen statt, um den Heeresangehörigen
Selegenheit zu geben, ihre Fertigkeiten im Schießen zu
)eweisen. Bei den verschiedenen rein zivilen sportlichen
Wetthewerben finden sich immer mehr Preisträger aus
len Reihen des Bundesheeres, wie zum Beispiel bei den
Meisterschaften im Skifahren (Vorarlberger Wanderpreis),
‚aufen (Wien, Ring-Rund) und Rudern (Oesterreichische
/illenmeisterschaft). Lauter Beweise dafür, daß der Sport
m Bundesheer auf voller Höhe steht.
Auch die Militärwisssenschaften werden im
Bundesheer erfolgreich gepflegt. Zur Belebung des
Interesses für militärische Fachfragen und zur Schulung
der Offiziere in wissenschaftlicher Behandlung militäri-
icher Themen wurden einige Jahre hindurch Winter-
‘hemen zur Bearbeitung ausgegeben und prämiert. Die
‚om Bundesministerium für Heereswesen herausgegebene
Aonatsschrift „Militärwissenschaftliche und technische
Alittelungen“, deren Mitarbeiter zum größten Teile
Jffziere des Bundesheeres sind, zählt heute zu den
ırsten Militärzeitschriften aller Staaten. Sie ist im Aus-
ande weitverbreitet und hat sich in der Fachliteratur
sine achtunggebietende Stellung erworben. Ihre Sonder-
ı1efte „Nahkampf“, „Gebirgskrieg“ und „Luftflotten“,
der die von ihr herausgegebene Sammlung „Die
vichtigsten Kriegs- und Feldzüge der Weltgeschichte“
ind besonders hervorzuheben. Offiziere des Bundes-
neeres haben auch in Fremdsprachen übersetzte fach-
wissenschaftliche Bücher verfaßt, andere wurden in
Jas Ausland zur Abhaltung von Vorträgen einge-
aden, wieder andere bei internationalen militär-
wissenschaftlichen Preisausschreiben mit Preisen ausge-
zeichnet.
Das Gesamtbild der Ausbildung im Bundesheer zeigı
demnach einen beachtenswerten Aufstieg, be-