fullscreen : Lexikon der Handelsgeographie

Belgien  (Industrie).

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aus  welchen  14,899,175  Ton.  gefördert
wurden  (fasti  Mill,  mehr  als  im  Vorjahr).
Die  Ausrüstung  der  Bergwerke,  die  mechanischen ­
  Förderungsmittel,  die  Wasserhubs-
  und  Ventilationsmasàen  haben
von  Jahr  zu  Jahr  zugenommen,  so  daß
die  Steigerung  im  letzten  Deeennium
sowohl  tn  Bezilg  auf  Anzahl  als  Starke
der  Maschinen  über  50  Proz.  beträgt.
Daher  hahen  sich  die  Gestehungskosten  auf
eme  ziemlich  bedeutende  Höhe  gehoben.
Der  Haldenwert  der  Kohlenausbeute  ist
dà  enorm  gesunken;  1873  betrug
derselbe  275,849,000  Mk.,  1877  nur
1  o2,900,000  Mk.,  ein  Rückschritt,  der
Itch  nicht  durch  die  nur  wellig  vermiitderte
Produktion  (1873:15,778,401  Ton.)  erklären ­
  läßt.  Die  Ausfilhr  voti  Steinkohle
ist  daher  sehr  bedeutend;  1878  wurden

eingeführt  ausgeführt
Steinkohle  .  .  701416  3  889411  Ton.
Koks  ....  20362  576607  -

Der  Wert  dieser  Ausfuhr  bezifferte  sich
für  Steinkohle  auf  45,i  Mili.  Mk.,für
Koks  auf  9  Mill.  Mk.  Von  Steinkohle
geht  ein  nicht  unbeträchtlicher  Teil  nach
Frankreich,  von  Koks  nach  Deutschlaitd.
Aber  die  Grenzen  des  belgischen  Kohleitmarktö,
  welche  sich  1870—71  infolge
der  durch  den  deutsch  -  französischen  Krieg
außergewöhnlich  günstigenUiustände  iveit
über  die  Laildesgrenzcn  hiilausgeschoben
hatten,  haben  sich  durch  die  deutsche  und
englische  Konkurrenz  sehr  bedeutend  verengert. ­
  Deutsche  Koks  haben  sogar  in  B.
selbst  Absatzgebiete  gefunden,  und  England
macht  das  französische  Absatzgebiet  streitig. ­
  —  Eisenerze  wurden  früher  in
weit  bedeuteiidern  Quantitäten  gefördert
al*  (1865:  1,018,231  %wt.,  aber
1876  nur  269,206  T.).  Dieser  Verfall  der
Bergiverke  findet  seine  Erklärung  darin,
daß  die  Hohöfen  Belgiens  immer  mehr
die  Minette  aus  Luxemburg  verbrauchen.
Während  früher  die  Ausfuhr  die  Einfuhr
bedeutend  überragte,  findet  jetzt  das  umgekehrte ­
  Verhältnis  statt.  Noch  i860  wurden
nur  1486  Ton.  ein-  und  152,114  T.  ausgeführt, ­
  aber  1878  befaßte  sich  die  Eisenindustrie ­
  weit  weniger  mit  der  Gewinnung ­
  des  Rohmaterials  als  mit  der  Verarbeitung ­
  desselben;  die  Einfuhr  von

gegen  nur  240,903,000  kg;  ebenso  wurkg
  ausgeführt.  Die  Einfuhr  wertete:

Eisenerz  rc.  .  .  .  13,3  Mill.  Mnrk
Roheisen  :c..  .  .  18,2  -

wogegen  sich  die  Ailsfuhr  auf  ca.  3  Mill.
Akk.  bewertete.  Diese  Einfuhr  kommt  vornehmlich ­
  aus  England,  Luxemburg  und
Preußen,  während  sich  die  Ausfuhr  namentlich ­
  nach  Frankreich  richtet.  Weiter
sind  als  wichtige  Produkte  des  Bergbatis
Blei  und  Zink  zu  nennen,  wovoil  1878
(ili  Millionen  Kilogramm)  die

Einfuhr  Ausfuhr
Blei  ....  7,2  14,1
Zink  ...  .  .  1,9  38,8
betrug.  Zinn  und  Kupfer  werden  indes
in  überwiegend  größern  Quantitäten  eingeführt. ­
  Als  wichtige  Handclsobjekte  wären ­
  hier  noch  Kalk  und  Schiefer  zu  nennen; ­
  von  crsterm  wurden  1878:  186
Mill,  kg  mehr  aus-,  von  letzterni  20
Mill,  kg  mehr  eingeführt;  ferner  Steine,
von  welchen  die  Mehrausfuhr  1878  die
Höhe  von  635  Mill,  kg  erreichte.  Salz  wird
in  B.  gar  ilicht  gewonneii,  aber  nur  Rohsalz
(1878:  61,9  Mill,  kg)  importiert  und  in
den  belgischen  Werken  raffiniert.

Industrie.
In  der  Erzeugung  von  Eisenwaren
aller  Art  steht  B.  groß  da.  Nägelfabrikation ­
  auf  mechanischcul  Weg  in  großartigem
Akaßstab  wird  bei  Lüttich  und  Charleroi
betrieben.  Seit  1844  ist  die  Drahtfabrikation
  eingeführt,  vornehmlich  in  Lüttich  und
Brüssel;  älter  sind  die  Blechfabriken  um
Huy,  an  der  Ourthe  und  bei  Hoyaux.  Fürkleinere
  Eisenivaren  ist  Herstal  bei  Lüttich
riebst  Umgegend  berühnit.  Die  Lütticher
Waffenfabrikation  hat  Weltruf.  Das  großartige ­
  Etablissement  voir  JohirCockerill  zu
Seraiug  beschäftigt  8750  Arbeiter;  als  bewegeiide
  Kraft  dienen  259  Dampfmaschinen ­
  mit  6600  Pserdekräfteii,  und  der  tägliche ­
  Verbrauch  air  Breniiinaterial  beläuft
sich  auf  mehr  als  1000  metr.  Tonnen.  Die
jährliche  Produktion  hat  eilten  Wert  von
32,680,000ÄHöbm  termite,unir;
dm  bisher  40,000  Maschinen  und  andre
            
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