fullscreen: Die konsumgenossenschaftliche Gütervermittlung, ihre Technik und wirtschaftliche Bedeutung

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scheinen, als ob die konsumgenossenschaftliche Gütervermittlung doch 
die überlegenere und wünschenswertere Form sei. Wenn man aller 
dings im Gegensatz zuHirsch von dem Momente der Bedarfsweckung 
absieht, läßt sich das Urteil in bezug auf die Unkosten etwas mildern. 
Denn schon allein, weil die besser gestellte Kundschaft des privaten 
Betriebs höhere Ansprüche stellt als die weniger anspruchsvollen 
Mitglieder des Konsumvereins, müssen die Unkosten im privaten Be 
trieb höher sein als im konsumgenossenschaftlichen. 
Schließlich ist aber doch das ganze Problem vom Standpunkte 
der Konsumenten aus zu betrachten. Selbst, wenn dann der 
Unkostensatz in Privatbetrieb und Konsumgenossenschaft für die gleichen 
Leistungen gleich wäre, was nach obigen Ausführungen aber nicht 
anzunehmen ist, so bliebe doch immer noch der Reinertrag übrig, 
der in dem einen Falle den Konsumenten, in dem andern Falle den 
privaten Besitzern zufällt und so dem Konsumenten verloren geht. 
Hirsch argumentiert allerdings, daß dieser Ertrag ebensogut einen 
Unternehmergewinn darstelle wie beim Privatbetrieb. Das 
Mitglied zahle dafür seinen Anteil und trage das Unternehmerrisiko. 
Bei Beurteilung dieser Frage ist nun aber zu berücksichtigen, daß der 
konsumgenossenschaftlich organisierte Konsument für den eingezahlten 
Betrag in der Regel bei voller Einzahlung einen Zins erhält, der 
schon ein Entgelt für seinen Anteil und das Unternehmerrisiko dar 
stellt. Der größere Teil des Ueberschusses, der in Form der Rück 
vergütung zur Auszahlung gelangt, ist kein Entgelt mehr für Anteil 
und Risiko, sondern nichts anders als eine Ersparnis. An dieser 
Rückvergütung haben auch diejenigen teil, die noch nichts eingezahlt 
haben. 
Vom Konsumenten aus gesehen, besteht deshalb wohl kaum ein 
Zweifel, daß die konsumgenossenschaftliche Gütervermittlung die vor 
teilhaftere ist. Für die Entwicklungsmöglichkeit der Konsumgenossen 
schaft ist das aber ausschlaggebend. Weder privatwirtschaft 
liche noch volkswirtschaftliche Momente sind für die Ent 
wicklung der konsumgenossenschaftlichen Gütervermittlung maßgebend, 
sondern hauswirtschaftliche Gründe. Wenn das vielfach bis 
heute noch nicht genügend zum Ausdruck gekommen ist, so lag das 
nur daran, daß dem Konsumenten seine Macht und Stärke noch nicht 
zum Bewußtsein gekommen war. Heute aber, wo alle möglichen Ar 
ten von Konsumentenorganisationen entstehen, scheinen wir auf dem 
besten Wege zu einer Umwandlung zu sein. Auch die bürgerlichen 
Schichten dürften von dieser Bewegung immer mehr ergriffen 
werden. An dieser Stelle möchte ich auf einen viel verbreiteten Irr-
	        
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