DER „BLICKFANG“
x
19.DER „BLICKFANG“
Ein eigenartiges Wort. In der modernen Reklame wurde es
zum Trumpf-As. Über diesen Blickfang, seine Grundregeln, Vor-
bedingungen und die durch ihn erreichbaren Wirkungen habe
ich mich in zahlreichen Kapiteln so erschöpfend geäußert, daß
eine Wiederholung überflüssig erscheint. Dieser Abschnitt soll
vielmehr einem drucktechnischen Apparat gewidmet sein, der
den Namen „Blickfang“ trägt und der aller Voraussicht nach
eine Zukunft haben dürfte. Er darf deshalb in diesem Werk
nicht mit Stillschweigen übergangen werden.
Der „Blickfang“ ist ein Apparat, der einer Wiener Firma
patentiert wurde, auch in Deutschland, und der es ermöglicht,
eine Anzeige durch ein Kreuz oder einen Strich oder ein Frage-
zeichen oder einen Pfeil in roter Farbe, also abweichend von
der üblichen Farbe des Blattes, von den anderen Inseraten her-
vorzuheben, und zwar in einem Druckgange mit der üblichen
Form. Es ist also kein zweimaliger Druck nötig, der die Kosten
ganz erheblich erhöhen würde. Durch diese rote Markierung
soll beim Beschauer der Eindruck geweckt werden, als habe
vor ihm schon jemand die Zeitung gelesen und wolle ihn nun
auf das angezeichnete Inserat aufmerksam machen.
Im Flachdruck, also bei der gewöhnlichen Schnellpresse, ist
dieser „Blickfang“ schon seit einiger Zeit in Anwendung, und
er bietet technisch keinerlei Schwierigkeit mehr. Ich muß
gestehen, daß eine so markierte Anzeige meinen Blick noch
immer auf sich gezogen hat, und daß ich unwillkürlich zum
Lesen des Inserats gezwungen wurde. Die Wirkung des Appa-
rates dürfte also nicht zweifelhaft sein. Da diese Art des Blick-
fanges für bestimmte gastgewerbliche Betriebe, die ihrer Eigen-
art wegen auch bei der Reklame die Alltagsschablone zu meiden
wünschen, sehr wohl geeignet sein -dürfte, gebe ich nachstehend