DER WERT ZIELBEWUSSTER PROPAGANDA 2]
an die Leiter von Verkehrsbureaus und Fremdenverkehrsvereinen;
an die Besitzer und Leiter von Wein- und Bier-Restaurants,
Kaffeehäusern, Dielen und Bars; Konzertund
Tanzsälen. Konditoreien und Speiseanstalten!
Alle müssen sich jetzt unbedingt wieder der Reklame bedienen.
Wer sie vernachlässigt oder — was ebenso schlimm
wäre — sie nicht richtig anwendet, wird früher oder später die
Folgen zu spüren bekommen.
Reklame! Die Zeiten sind längst vorüber, da man bei diesem
Worte verächtlich an Amerika und in Verbindung damit an
Humbug oder an Barnum dachte. Allerdings denkt man heute
noch intensiver an Amerika, wenn man an Reklame denkt,
aber in ganz anderem Sinne als vor zirka 40 Jahren. Man bemüht
sich mit vollem Recht, die amerikanischen Reklamemethoden
zu studieren und das Beste daraus für den eigenen
Gebrauch zu entnehmen. Das ist gut so! Denn in der Geschäftswelt
weiß man längst, daß Reklame kein leerer Wahn ist und
daß die zielbewußte, geschickte Reklame mehr denn je zu den
Lebensnotwendigkeiten jeder Industrie und jedes Gewerbezweiges
gehört, die den harten Daseinskampf erfolgreich bestehen
wollen.
Einsichtsvolle, weitblickende Hotelfachleute wissen sehr
wohl, daß auch ein grundsolides, gutgehendes Hotel, Fremdenheim,
Sanatorium, Restaurant, Kaffeehaus usw. regelmäßige
Reklame notwendig hat. Es ist kein Märchen, daß in der Vorkriegszeit
gar manche Gaststätte zu hoher Blüte kam, weil ihr
Besitzer oder Leiter sich in geschickter Weise der Reklame zu
bedienen wußte. Auch aus der Industrie und dem Handel sind
zahlreiche Fälle bekannt, da der Grundstein zu späteren
Riesenvermögen durch die wirkungsvolle Art der Reklame gelegt
wurde. Ich will nur ein einziges Beispiel anführen: der
Großindustrielle Lingner in Dresden, Fabrikant des Odols,
aus kleinsten Anfängen hervorgegangen, hinterließ bei seinem
1916 im besten Mannesalter erfolgten Tode ein Vermögen von
etwa 14 bis 15 Millionen Goldmark. Der Grund zu diesem