Während der tropische Teil des Großen Ozeans reichan Pottfischen ist, be-
herbergt der Nordteil noch den Grönland wal. Aber auch der Fang dieses ge-
winnreichsten Wales ist zurückgegangen; kaum 50 Wale werden in günstigen
Jahren noch erbeutet. Zur besseren Ausnützung der Tiere hat man, wie an der
norwegischen Küste, auch an den amerikanischen, russischen, koreanischen und
japanischen Küsten mit Dampf betriebene „Walstationen‘ errichtet, in denen
nicht bloß Barten und Speck zu Fischbein und Tran, sondern auch Knochen
und Fleisch zu Leim und Düngemittel verarbeitet werden.
Robben sind im Süden und Norden des Großen Ozeans verbreitet. Durch
seinen Pelzrobbenreichtum besitzt der Große Ozean einen großen Vorzug gegen-
über dem Atlantischen. Aber auch diesen Reichtum sieht der Pazifische Ozean
schwinden. Früher wurden von Pelzrobben über 100000 Stück auf den
Markt gebracht, gegenwärtig kaum noch die Hälfte. Der Seebär (Callorhinus
ursinus) namentlich hat unter der maßlosen Verfolgung der Europäer und
Japaner zu leiden gehabt, und nur neuere internationale Verein-
barungen haben ihn vor gänzlicher Ausrottung geschützt. Die besten See-
bärenfelle, „Sealskins‘‘, kommen von den unter der Oberherrschaft der Ver-
einigten Staaten stehenden Pribylowinseln im Beringmeer. Auch für die russische
Krone waren die Pelzrobben, die „Kotiki‘, eine gute Einnahmequelle. Der
nordpazifische Ozean ist ferner das Fanggebiet der kostbaren Seeotter. Wenige
Exemplare werden hin und wieder in Kalifornien gefangen.
Für den Großen Ozean sind noch die Guanoinseln und -klippen bemerkens-
wert; denn von da aus erfolgt noch, weil die wenigen Guanofundstellen am
südatlantischen Rand, wie am Kap Kroß, völlig ausgebeutet sind, ein Guano-
export. Allerdings ist auch der Ertrag sowohl von Fanning, Malden und Star-
buck wie von den amerikanischen Küsteninseln bei Chile, Peru (Chinchainseln)
und Mexiko ganz auffällig zurückgegangen. Zuletzt kann man bei den Er-
zeugnissen der Ozeane auch die Produkte mit einrechnen, die die Seevö gel
in Bälgen, Federn u. a. m. liefern.
Veberblicken wir die Seefischereien der Erde, sehen wir, daß sie sich aus-
schließlich nördlich vom Aequator befinden; südlich davon, an den Küsten
Afrikas, Südamerikas und Australiens sieht man nur verheißungsvolle Ansätze.
Die Ozeane gehören mit ihren Erzeugnissen zu den aus-
schlaggebenden Faktoren der Weltwirtschaft. Ihrer Bedeu-
tung ist man sich vielfach erst in neuester Zeit bewußt geworden. Nicht bloß
darin, daß sie direkt Nahrungsmittel liefern, besteht ihre wirtschaftliche Be-
deutung, sondern auch in der Schaffung von Grundlagen zugroßen
Industrien.
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