Full text : Wirtschaftlichkeitslehre

4.7

getan werden. Ähnlich wie für Obst, ist auch für Blumen noch
so manche Rationalisierungsmaßregel notwendig, um die inländische
Erzeugung zu heben.
Daß die Viehzucht durch systematisches Hinwirken aut »Bestleistungen«
 merklich gefördert werden kann, ist vielleicht auch in
Laienkreisen bekannt, weiß man ja von Zuchthengsten, Zuchtstieren,
Zuchtebern, von Stierschauen, wo die besten Tiere prämiiert werden.
Aber eine durchgreifende, die Inlandproduktion merklich — quanti-:ativ
 und qualitativ — hebende Rationalisierungspolitik erfordert noch
viele andere tierzüchterische Arbeiten. Da ist z. B. die Rationalisierung
 der Fütterungsmethoden, Anlage von Futtlersilos, regelmäßige
 Düngung der Wiesen und Kleefelder, Gras- und Kleesaatauswahl
 u. a. Durch Vermehrung und Veredlung des Rinderbestandes
vermehrt und verbessert sich die Milchproduktion, es fällt mehr
Buttermilch ab, was wieder die Fütterung der Jungschweine fördert.
Die Schweinemast wird ferner rentabler gemacht, wenn die Kartoffeltrocknung
 wirtschaftlicher gestaltet werden kann, wenn dieses
Futter dem Vieh auch in der kartoffelarmen Zeit zu Gebote steht;
die dadurch bewirkte Senkung des Kartoffelpreises wirkt auch auf
den Schweinepreis, wie überhaupt die überragende Bedeutung der
Futterpreise für die Viehpreise noch viel zu wenig beachtet wird
(vgl. Vossische Zeitung vom 10. August 1927).
Die agrarische Rationalisierung kann ebensowenig wie die der
Industrie (siehe unter »soziale Rationalisierung«) vor der Arbeiter-[rage
 haltmachen. Die schon erwähnte »Leutenot« der Landwirtschaft,
 eine Folge der Anziehung der Stadt und oft unzulänglich
wohnlicher und sonstiger Verhältnisse auf dem Lande, kann,
u. zw. durch zunehmende Mechanisierung der Landarbeit bekämpft
werden; aber immer wird man »Leute« brauchen und diesen die
Arbeit anziehend zu machen, die richtige Arbeits- und Lohnmethode
zu wählen, ist eine Hauptaufgabe der sozialen Rationalisierung aut
jem Lande. Mit Recht verwies der »Deutsche Landwirtschaftsrat«
11926) darauf, daß dem Landarbeiter die Arbeit angenehm und leicht
gemacht werden muß; man soll ihn auf praktische Handgriffe aufmerksam
 machen und praktische Werkzeuge anschaffen: jede unnütze
 Anstrengung ist auszuschalten — kleine Wasserkräfte, der
Elektromotor (von dem früher die Rede war) sind daher als wahre
Freunde des Arbeiters anzupreisen. Eine richtige Lohnmethode verlangt,
 daß jeder Arbeiter nach seiner Leistung entgolten werde,
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.