Auslandsanleihen von Elektrizitätswerken, 53
legung einer neuen Zuführungsleitung von der „Allgemeinen
Zentrale“ nach dem Münsterland. Die Zentrale bezieht den Strom
von den Siemens-Elektrizitätswerken. Die Anleihe wird in
steigenden Raten durch Auslosung getilgt, ohne aber bereits den
Charakter einer Annuitätsanleihe zu haben. Am 1. Juni der
Jahre 1927 bis 1931 werden je 10000 hfl getilgt, in den Jahren
1932 bis 1939 je 20 000 hfl, in den Jahren 1940—1947 je 30 000 hl,
in den Jahren 1948-—1950 je 40000 hfl und im Jahre 1951 der
Rest mit 430 000 hfl. Vorzeitige Kündigung ist ab 1. Juni 1931
bis einschließlich 1935 zu 101 %, dann zu pari zu jedem 1. Juni
mit sechsmonatiger Voranzeige zulässig.
Die Ende Juli 1926 aufgelegte 1,25-Mill.-$-Anleihe der O0 bee 1-
pfalzwerke A.-G. für Elektrizitätsversorgung
ist hypothekarisch gesichert und bedingungslos von der A.E.G.
yarantiert. Die Gesellschaft besitzt eine Dampfkraftanlage bei
Ponholz, deren Kohlenbedarf durch die im Besitz der Gesellschaft
befindliche, in der Nähe liegenden Kohlenzeche Haidhof gedeckt,
und zwei Wasserkraftwerke Pireimtalsperre und Tanzmühle an
der Naab. Außerdem bezieht sie Strom vom Bayernwerk. Ihr
Versorgungsgebiet ist die Oberpfalz. Der Erlös der Anleihe ist
für Neu- und Erweiterungsbauten, Erweiterung des Stromvertei-
jungsnetzes und Rückzahlung kurzfristiger Verbindlichkeiten be-
stimmt. Die Tilgung erfolgt kumulativ durch halbjährlich. zu
zahlende Annuitäten. Statt Barzahlungen können Anleihestücke
zu pari ‘in den Tilgungsfonds geleistet werden. Ab 1. Juni 1931
kann die Anleihe zum Teil oder im ganzen mit 30tägiger Vor-
anzeige zu 105 % gekündigt werden, ab 1. Juni 1936 zu 104 %,
ab 1. Juni 1941 zu 103 %.
Die Landkraftwerke A.-G. Leipzig in Kulkwitz
und die Energie A.-G. Leipzig nahmen Mitte September
1926. eine gemeinsame Anleihe von 3 Mill. $ auf. Die Energie
A.-G. bezieht ihren Strom von Kulkwitz. Sie wurde im Jahre 1923
zur Vereinigung verschiedener Elektrizitäts- und Gasgesell-
schaften gegründet; ein Viertel ihrer Einnahmen stammen aus
neun in ihrem Besitz befindlichen Gaswerken. Die Landkraft-
werke wurden 1910 begründet. Ihr Kraftwerk in Kulkwitz be-
zieht die Kohle aus einem in der Nähe liegenden Braunkohlenberg-
werk, das sich im Besitz einer Tochtergesellschaft, der Leipziger
Braunkohlenwerke A.-G., befindet. Das Versorgungsgebiet der
Landkraftwerke und der der Energie A.-G. erstreckt sich auf den
Umkreis von Leipzig und einen Teil der Stadt Leipzig. Die
Tilgung der vom 1. Mai 1926 datierten Anleihe hat bereits mit
dem 1. November 1926 begonnen. Es sind halbjährlich 75 000 $
zu tilgen, sei es durch Barzahlung zum Zwecke der Auslosung zu
pari oder durch Lieferung von Anleihestücken zum Nennwert.
Vorzeitige Kündigung ist zum 1. Mai 1931 und jedem folgenden