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senflächen bescheiden zurück. Die Schweiz ist ein grü
nes Land. Folgendes ist der Anteil einzelner Kul
turen am produktiven Boden:
Wiesen 8813 km 2
Weide 7950 „
Getreideland 1961 „
Übriges Ackerland 2781 „
Rebland 263 „
Wald 8988 „
Das Grasland beansprucht mehr als die Hälfte
des produktiven Bodens, das Getreideland dagegen
nur etwa 6 o/g, was vom bebauten Boden 2 / 5 aus
macht. Erst in der neuesten Zeit hat der Wiesen
bau ein solches Übergewicht erlangt. Noch zu An
fang des 19. Jahrhunderts konnte sich die Schweiz
größtenteils mit eigenem Korn behelfen; einzelne
Kantone erzielten sogar einen Überschuß. In den
50er Jahren begann die Umwälzung, die einen voll
ständigen Niedergang des Getreidebaues herbei-
führte. Damals kamen allgemein die Eisenbahnen ''baue?
auf; sie erleichterten und beschleunigten den Ver
kehr. Gewaltige Mengen von Getreide gelangten
jetzt aus den Kornkammern Osteuropas nach dem
Westen, und bald machte sich mit der Hebung der
Schiffahrt auch die Zufuhr aus den überseeischen
Getreideländern fühlbar. Die Kornpreise sanken all
mählich um die Hälfte. Der Getreidebau war un
rentabel geworden. So ging die Landwirtschaft zum
Wiesenbau und zur Viehzucht über, die dem feuch
ten Klima des Landes am besten angepaßt sind.
Dieser bedeutsame Wechsel im landwirtschaftlichen
Betrieb wurde erleichtert und befördert durch die
anhaltende Preissteigerung der tierischen Nahrungs
mittel: Fleisch, Milch und Milchprodukte. Der Ar
beitermangel auf dem Lande tat ein Übriges zugun
sten des Wiesenbaues und der Viehzucht, da sie
weniger Arbeitskräfte erfordern als der Brot
fruchtbau.