Full text: Der Zukunftsstaat und die Lösung der socialen Frage

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keinen Begriff ohne vorausgegangene Vorstellung und keine 
Idee ohne vorausgegangene Begriffe geben kann. Daher er 
blickt auch der vernünftig Denkende in dem persönlichen Verkehr 
des Moses mit Gott, sowie in dem Verkehr der menschlich ge 
dachten Götter des Alterthums mit dem Menschen nichts 
Anderes als eben den natürlichen Entwickelungsgang des mensch 
lichen Wesens. Er weiß recht wohl, daß die Götterlehre ihren 
Ursprung in dem lebendig-religiösen Bewußtsein der noch kind 
lichen Menschheit hat, das allenthalben in der Natur, wo 
Leben, Licht und Kraft erschien, eine Offenbarung der Gottheit 
erblickte. 
Da das Princip der Gottheit kein Gegenstand der Vor 
stellung sein kann, so wird ebensowenig Gott ein Begriff genannt 
werden können, sonst müßte man die göttlichen Eigenschaften 
für begreiflich erklären, was aber unmöglich ist, weil Gott kein 
endlich zu umfassendes Wesen ist. 
2. Die meisten Vertreter der materialistischen Weltanschauung 
nehmen die Welt als etwas Zufälliges an, dies ist grundfalsch, 
denn nach den Denk- und Erfahrungsgesetzen hat Alles, also 
auch das angeblich Zufällige, eine Ursache, es muß mithin 
auch die Welt eine Ursache haben. Sollte nun diese Ursache 
auch wieder eine zufällige sein und man für diese ebenfalls 
wieder eine weitere Ursache annehmen uitb so immer fort, ohne 
Ende, so muß man doch schließlich an Einer Ursache stehen 
bleiben und annehmen, sie sei das Gegentheil des Zufälligen, 
nämlich das Nothwendige, was durch sich selbst da ist. Und 
diese nothwendige Ursache der Welt ist eben Gott selbst. 
Das Dasein Gottes zu leugnen, wäre ebenso unsinnig, als 
wenn man Wirkungen ohne Ursachen für möglich halten wollte. 
Die Gewißheit von dem Dasein Gottes kann von Skeptikern 
allenfalls aus dem Grunde angezweifelt werden, weil sic sich 
von dem Wesen Gottes uitb dessen Ursprung keine Vorstellung 
zu machen im Stande sind.
	        
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