Object: Wissenschaftliches Arbeiten

Die seminaristischen Übungen 
dienste für seine eigenen Publikationen leisten. Auch in 
diesem Punkte bewähren die Studierenden in der Regel 
der Schwäche des Professors gegenüber ihren üblichen 
Scharfblick. Nichts stört aber das Vertrauensverhältnis, wie 
es im Seminar herrschen soll, mehr als die Meinung — 
selbst wenn sie nur den Schein für sich hätte — dass die 
eigene Mühe für selbstsüchtige Zwecke von anderen aus- 
gebeutet werde. 
5. Die Frucht solch gemeinsamer Untersuchungen im 
Seminar kann in manchen Fällen die wissenschaftliche 
Veröffentlichung des Ergebnisses sein, die von dem Leiter 
des Seminars unter Mitwirkung der Mitglieder, oder auch 
von einigen Mitgliedern unter Leitung des Professors 
herausgegeben wird. 
23. Ausserordentliche Veranstaltungen. Außer 
diesen regelmäßigen Übungen können im Seminar bei be- 
sonderen Anlässen auch außerordentliche Veranstaltungen 
von Nutzen sein. Bei den seminaristischen Einrichtungen 
der alten Schule war für derartige größere Akte in man- 
nigfacher Weise Vorsorge getroffen, wie früher erwähnt 
wurde. Auch für den Zweck der modernen Hochschulsemi- 
nare sind sie vielfach recht förderlich. 
1. Es lassen sich verschiedene Arten solcher außer- 
ordentlichen Übungen unterscheiden. Bei festlichen Anlässen, 
welche zu dem Seminar in näherer Beziehung stehen, kann 
eine feierliche Sitzung statthaben, deren Vorbereitung und 
Durchführung den meisten Mitgliedern Gelegenheit zu aus- 
giebiger Übung und produktiver Betätigung ihrer Kräfte 
bietet. Man wird dagegen wohl kaum geltend machen 
wollen, daß derartige Feiern einen allzu schulmäßigen 
Charakter haben und daher der Würde und Stellung eines 
akademischen Seminars zu wenig entsprechen. Denn dieser 
Charakter hängt einzig und allein von der Art und Weise 
ab, in der solche Akte gehalten werden. Sollte man denn 
etwa deshalh auf eine akademische Schillerfeier beim 
hundertjährigen Todestag des großen Dichters verzichten 
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