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Vierter Abschnitt
Quellen dieser Fruchtbarkeit. Je mehr ein Land, wie die Ver
einigten Staaten von Nordamerika zum Beispiel, von der großel
Industrie als dem Hintergrund seiner Entwicklung ausgeht, dest
rascher dieser Zerstörungsprozeß.*?“ Die kapitalistische Produktio®
antwickelt daher nur die Technik und Kombination des gesellschaft
lichen Produktionsprozesses, indem sie zugleich die Springquelle?
alles Reichtums untergräbt: die Erde und den Arbeiter.
325 Vgl. Liebig: „Die Chemie in ihrer Anwendung auf Agrikultur un
Physiologie. 7. Auflage 1862“, namentlich auch im ersten Band die „Einleitung
in die Naturgesetze des Feldbaues“. Die Entwicklung der negativen Seilf
der modernen Agrikultur, vom naturwissenschaftlichen Standpunkt, ist ei‘
der unsterblichen Verdienste Liebigs. Auch seine historischen Bemerkung®
über die Geschichte der Agrikultur, obgleich nicht ohne grobe Irrtümer, ent
halten Lichtblicke. Zu bedauern bleibt, daß er aufs Geratewohl Aeuß?
rungen wagt, wie folgende: „Durch eine weiter getriebene Pulverisieru®
und häufigeres Pflügen wird der Luftwechsel im Innern poröser Erdteil®
befördert und die Oberfläche der Erdteile, auf welche die Luft einwirk®
30ll, vergrößert und erneuert, aber es ist leicht verständlich, daß die Meb"
erträge des Feldes nicht proportionell der auf das Feld verwandten Arbeit
sein können, sondern daß sie in einem weit kleineren Verhältnis steige?
Dieses Gesetz“, fügt Liebig hinzu, „ist von J. St. Mill zuerst in seinen „Prif
ciples of Political Economy“, Bd. I, S. 17, in folgender Weise ausgesproche?
„Daß die Zunahme der Produktenmasse des Bodens bei sonst gleichen Ve
3ältnissen in geringerem Maße erfolgt als die Zunahme der angewandt®
Arbeiter (Herr Mill wiederholt sogar das Ricardosche Schulgesetz
falscher Formel, denn da „the. decrease of the labourers employed“, die Ab-
name der angewandten Arbeiter, in England beständig Schritt hielt mit de?
Forischritt der Agrikultur, fände das für und in England erfundene Ges®
wenigstens in England keine Anwendung), ist das allgemeine Gesetz der
Landwirtschaft“, merkwürdig genug, da ihm dessen Grund unbekannt war.
(Liebig in dem zitierten Werke, Bd. I, S. 143 u. Note.) Abgesehen von irrig®
Deutung des Wortes „Arbeit“, worunter Liebig etwas anderes versteht on
die politische Oekonomie, ist es jedenfalls „merkwürdig genug“, daß w
Herr J. St. Mill zum ersten Verkünder einer Theorie macht, die Jam®
Anderson zur Zeit A. Smiths zuerst veröffentlichte und in verschieden“?
Schriften bis in den Anfang des 19. Jahrhunderts hinein wiederholte, 5
sich 1815 Malthus aneignete, überhaupt ein Meister des Plagiats [de
literarischen Diebstahls] (seine ganze Bevölkerungstheorie ist ein schöf”
loses Plagiat), die West zur selben Zeit und unabhängig von Anders
entwickelte, die Ricardo 1817 in Zusammenhang mit der allgemein?
Werttheorie brachte und die von da an unter dem Namen Ricardos I
Runde der Welt gemacht hat, die 1820 von James Mill (dem Vale
J. St. Mills) vulgarisiert, und endlich unter andern auch von Herfi
J. St. Mill als bereits Gemeinplatz gewordenes Schuldogma wiederb®,
wird. Es ist unleugbar, daß J. St. Mill seine jedenfalls „merkwürdig
Autorität fast nur ähnlichen Irrtümern verdankt.
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