Full text: Der Produktionsprozeß des Kapitals (1.1928)

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Dreiundzwanzigstes Kapitel. 
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Unter den bisher unterstellten, den Arbeitern günstigsten Akku- 
nulationsbedingungen kleidet sich ihr Abhängigkeitsverhältnis vom 
Kapital in erträgliche oder, wie Eden sagt, „behagliche und lose“ 
kirche, hatte er das Mönchsgelübde des Zölibates abgelegt. Dies ist nämlich 
eine der Bedingungen der Fellowship [Mitgliedschaft] der protestantischen 
Universität zu Cambridge. „Wir gestatten nicht, daß Verheiratete Mitglieder 
der Kollegien sind. Wer heiratet, soll vielmehr sofort aufhören, Mitglied 
zu sein.“ („Reports of Cambridge University Commission“, p. 172.) Dieser 
Umstand unterscheidet Malthus vorteilhaft von den andern protestantischen 
Pfaffen, die das katholische Gebot des Priesterzölibates von sich selbst ab- 
geschüttelt und das „Seid fruchtbar und mehret euch“ in solchem Maße als 
ihre spezifisch biblische Mission in Anspruch genommen haben, daß sie über- 
All in wahrhaft unanständigem Grade zur Vermehrung der Bevölkerung bei- 
lragen, während sie gleichzeitig den Arbeitern das „Bevölkerungsprinzip“ 
Predigen. Es ist charakteristisch, daß der ökonomisch verkleidete Sünden- 
fall, der Adamsapfel, das „dringende Gelüst“, die „Hindernisse, die Kupidos 
Pfeil abzustumpfen streben“, wie Pfaff Townsend munter sagt, daß dieser 
kitzlige Punkt von den Herren von der protestantischen Theologie oder viel- 
Mehr Kirche monopolisiert ward und wird. Mit Ausnahme des venetiani- 
schen Mönches Ortes, eines originellen und geistreichen Schriftstellers, sind 
lie meisten Bevölkerungslehrer protestantische Pfaffen. So Bruckner: 
„Theorie du Systöme animal, Leyde 1767“, worin die ganze moderne Be- 
Völkerungstheorie erschöpft ist und wozu der vorübergehende Zank zwischen 
Juesnay und seinem Schüler Mirabeau dem älteren [Vater des Revolutions- 
Mannes] über dasselbe Thema Ideen lieferte, dann Pfaffe Wallace, Pfatfe 
Townsend, Pfaffe Malthus und sein Schüler, der Erzpfaff Th. Chalmers, von 
tleineren pfäffischen Skribenten auf diesem Gebiete gar nicht zu reden. 
_ Ursprünglich ward die politische Oekonomie betrieben von Philosophen, 
Wie Hobbes, Locke, Hume, Geschäfts- und Staatsleuten, wie Thomas Morus, 
Temple, Sully, de Witt, North, Law, Vanderlint, Cantillon, Franklin, und 
heoretisch namentlich und mit dem größten Erfolg, von Medizinern, wie 
Betty, Barbon, Mandeville, Quesnay., Noch Mitte des 18. Jahrhunderts ent- 
Schuldigt sich der Geistliche Josiah Tucker, ein bedeutender Oekonom für 
Seine Zeit, daß er sich mit dem Mammon beschäftigte. Später, und zwar 
dit dem „Bevölkerungsprinzip“, schlug die Stunde der protestantischen 
Pfaffen. Als ob er diese Geschäftsverpfuschung geahnt, sagt Petty, der die 
Bevölkerung als Basis des Reichtums behandelt, und, gleich Adam Smith, 
Abgesagter Pfaffenfeind: „Die Religion blüht am besten, wenn die Priester 
Am meisten kasteit werden,. wie das Recht am besten, wo die Advokaten ver- 
tungen.“ Er rät daher den protestantischen Pfaffen, wenn sie einmal dem 
Apostel Paulus nicht folgen und sich nicht durch das Zölibat „abtöten“ 
Wollen, „doch ja nicht mehr Pfaffen zu hecken („not to breed more Church- 
Keen‘), als die vorhandenen Pfründen (benefices) absorbieren können; das 
Sißt, wenn es nur 12000 Pfründen in England und Wales gibt, ist es un- 
Me, 24.000 Pfaffen zu hecken („it will not be safe to breed 24.000 ministers‘‘), 
MI die 12000 Unversorgten werden stets einen Lebensunterhalt zu ge- 
garen suchen, und wie könnten sie das leichter tun, als indem sie unter 
de Volk gehen und es überreden, die 12000 Pfründner vergifteten die 
ten, und hungerten selbige Seelen aus, und zeigten ihnen den Holzweg 
1600 immel?“ (Pettly: „A Treatise on Taxes and Contributions. London 
7“, p. 57.) Adam Smiths Stellung zum protestantischen Pfaffentum seiner
	        
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