Full text : Der Produktionsprozeß des Kapitals (1.1928)

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Dreiundzwanzigstes Kapitel.

569

Es ist dies ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümliches
Bevölkerungsgesetz, wie in der Tat jede besondere historische Pro-Juktionsweise
 ihre besonderen, historisch gültigen Bevölkerungs-Zesetze
 hat. Ein abstraktes Bevölkerungsgesetz existiert nur für
Pflanze und Tier, soweit der Mensch nicht geschichtlich eingreift.
Wenn aber eine Uebervölkerung von Arbeitern notwendiges
Produkt der Akkumulation oder der Entwicklung des Reichtums auf
kapitalistischer Grundlage ist, wird diese Uebervölkerung um-Zekehrt
 zum Hebel der kapitalistischen Akkumulation, ja zu einer

liesen. beiden Kapitalsarten zu allen Zeiten und unter allen Umständen das
@leiche ist, dann würde in der Tat daraus folgen, daß die Zahl der beschäftigen
 Arbeiter im Verhältnis stände zum Reichtum des Staates. Aber eine
lche Annahme erscheint nicht sehr wahrscheinlich. Je mehr die Kunstlertigkeiten
 ausgebildet und die Zivilisation ausgedehnt werden, um so mehr
iberwiegt das fixe Kapital über das zirkulierende. Der Betrag von fixem
Kapital, das in der Produktion eines Stückes von britischem Musselin ver-Wendet
 wird, ist mindestens hundert-, wahrscheinlich tausendmal größer als
das fixe Kapital, das zur Erzeugung eines ähnlichen Stückes indischen Musseüns
 angewendet wird. Und im Verhältnis ist das zirkulierende Kapital hundert-
 oder tausendmal kleiner. . .. Würde der Gesamtbetrag der jährlichen
Ürsparnisse dem fixen Kapital zugefügt, so würden sie auf die Nachfrage
lach Arbeit keinen Einfluß ausüben.“ (John Barton: „Observations on the
üreumstances which influence the Condition of the Labouring Classes of
Society. London 1817“, p. 16, 17.) Ricardo stimmt diesen Ausführungen
Sartons im allgemeinen zu, bemerkt aber doch bei ihrer Zitierung: „Es ist
licht leicht, sich vorzustellen, daß Verhältnisse eintreten könnten, unter
denen eine Zunahme von Kapital nicht auch von einer vermehrten Nachfrage
lach Arbeit begleitet ist. Höchstens kann man sagen, daß diese Nachfrage
"elatip abnehmen wird.“ (Ricardo: „Principles of Political Economy. 3rd ed.
london 1821“, Kapitel 31, über Maschinenwesen, S. 480, Note.) [Vgl.
»Grundgesetze der Volkswirtschaft und Besteuerung“, übersetzt von Dr.
Ed, Baumstark, 2, Auflage. Leipzig 1877, S. 366, Note.] An anderer Stelle,
am Anfang des 31. Kapitels, schreibt er jedoch: „Der Fonds, aus dem
VTundbesitzer und Kapitalisten ihr Einkommen beziehen, kann wachsen,
nd gleichzeitig der andere, von dem die arbeitende Klasse hauptsächlich
Sbhängt, abnehmen. Ist das richtig, dann folgt daraus, daß dieselbe Ur-Sache,
 die das Reineinkommen des Landes vermehrt, gleichzeitig die Be-"Ölkerung
 zu zahlreich machen und die Lage der Arbeiter verschlechtern
kann,“ (Ebenda, S. 469.) [Uebersetzung von Baumstark, S. 358.] „Der Betrag
des Kapitals, das zur Erhaltung von Arbeit bestimmt ist, kann wechseln,
Mabhängig von irgendwelchen Schwankungen in dem Gesamtbetrage des
Kapitals. „.. Große Schwankungen im Grade der Beschäftigung und großes
Send können häufiger werden, während das Kapital selbst reichlicher wird.“
(Richard Jones: „An Introductory Lecture on Political Economy. London
Mad p. 18.) „Nachfrage (nach Arbeit) wird steigen . . . nicht im Ver-Ältnis
 der Akkumulation des Kapitals im allgemeinen. ... Jede Ver-Rehrung
 des zur Reproduktion bestimmten nationalen Kapitals wird daher
M Laufe des gesellschaftlichen Fortschrittes immer weniger Einfluß auf die
vage des Arbeiters haben.“ (GG. Ramsay: „An Essay on the Distribution of
Salth. Edinburgh 1836“, p. 90, 91.)
            
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