Object : Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege

Frankreichs  Bank-  und  Finauzwirtschaft.

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wären  der  ganze  Aufbau  und  die  vielen  Anstrengungen  fruchtlos.  Für
die  Geldgeber,  Banken  und  Private  wird  diese  Maßnahme  nach  den  bisherigen ­
  Äußerungen  als  eine  bedeutsame  Erleichterung  empfunden,  und
die  Pariser  Börse  selbst  wird  nach  der  Abstreifung  dieser  hindernden
Fesseln  allmählich  ihre  normale  Tätigkeit  und  damit  ihre  bedeutende
Rolle  als  Zentralbörse  des  Landes  wirklich  wieder  aufnehmen  und
spielen  können.
Bis  zum  heutigen  Tage  sind  genaue  Angaben  über  die  tatsächlichen
Ergebnisse  dieser  Regelung  nicht  zu  ermitteln  gewesen.  Es  bleibt  daher
lediglich  abzuwarten,  ob  es  der  Regierung  gelungen  ist,  den  Abbau  der
Ultimo-Engagements  bis  zum  30.  Juni  1916  erwirkt  zu  haben,  oder  ob
aus  Gründen  der  schwachen  Kapitalskraft  einer  Reihe  Beteiligter  zu
einer  neuen,  versteckten  Prolongation  geschritten  werden  mußte.
Wie  in  den  ersten  Kriegsmonaten,  so  entwickelte  auch  in  den  weiteren ­
  Perioden  während  des  Krieges  die  Pariser  Börse  kein  sonderlich
bewegtes  Leben.  Sie  steht  unter  den  Zeichen  der  Unlust  und  Stagnation,
die  sich  fast  über  alle  Werte,  abgesehen  von  einigen  wenigen  inländischen
und  fremden  Spekulationswerten,  erstreckt  haben.  Nur  hin  und  wieder
wird  ein  militärisches  Ereignis  zum  kurzen  Aufflackern  der  Spekulation ­
  benutzt,  vermag  der  Ankauf  ausländischer  Effekten  (Amerikaner)
für  die  Valutaregulierung  eine  wirkliche  Notiz  zustande  zu  bringen.  Aber
im  wesentlichen  dürften  die  übermittelten  Kursnotierungen  oftmals
nur  rein  nomineller  Natur  sein.  In  der  großen  Linie  betrachtet,  kann  man
sagen,  daß  eine  unverkennbare  Tendenz  der  Senkung  des  Gesamtkursniveaus ­
  sowohl  auf  den  Anleihe-  als  auch  auf  den  Industrie-,  Bank-  und
anderen  Märkten  erfolgt.  Am  deutlichsten  geht  dies  bei  einer  Betrachtung
der  Kursbewegungen  französischer  Renten-Anleihen  hervor.  Die  3  %  ewige
Rente  sinkt  unaufhaltsam  und  die  3  %  wie  3%  %  amortisablen  Renten
folgen  ihr  nach.  So  kotierte  z.  B.  die  3  %  ewige  Rente

Am  31.  Dezember

1912  .  .

■  89.30

Kursverlust

3i-1913

  .  .

•  85,37

3.93

,,  31-1914

  .  .

.  72,10

13,27

31-1915

  .  .

•  63,75

8,35

„  31.  Januar

1916  .  .

.  61,00

2,75

Sie  schwankt  auch  weiterhin  gar  nicht  bedeutsam  und  hält  sich,
zwischen  61—62  %,  bei  einem  Kurse  bisweilen  wochenlang.  Auch  die
seit  Januar  1916  notierte  5  %  ewige  Rente  hat  ihren  Emissionskurs
schon  unterschritten.  Zum  Vergleich  sind  in  der  Kurstabelle  einige
Werte  nach  bestimmten  Gattungen  aufgeführt,  die  yielleicht  die  Gesamtstimmung ­
  und  Lage  der  Pariser  Börse  genügend  kennzeichnen  dürften
(s.  S.  100  u.  101).
Bald  nach  Ausbruch  des  Krieges  wurde  in  Frankreich  ein  systematischer ­
  Kampf  gegen  das  Deutschtum  entfesselt.  Er  umschloß  vor
allem  das  Gebiet  des  Handels.  Zahlreiche  Ligen  wurden  gebildet,  -—•
unter  ihnen  als  bedeutendste  die  „Ligue  antigermanique"  —  deren  Ziel
            
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