Full text : John Pierpont Morgan, der Weltbankier

Wenn man an einem Knotenpunkt wie Springfield
oder Worcester steht, so ist ringsherum fast nichts als
New Haven.
Ein Wort, das Morgan sprach, als er in das Direktorium
 der New Haven eintrat, hat hiermit zwar nichts
zu tun, ist aber an und für sich interessant. Das Direktorium
 hielt eine Versammlung in der alten Grand
Central Station ab. Morgan betrat den Raum und
nahm seinen Platz am unteren Ende des Tisches ein.
Er begrüßte die übrigen Direktoren freundschaftlich,
sagte aber während der Verhandlung nichts, sondern
hörte nur aufmerksam zu. Als die laufenden. Geschäfte
 erledigt waren, wandte sich der Präsident an
Morgan und sagte: „Mr. Morgan, ich bin sicher, daß
die Direktoren sich freuen würden, wenn Sie einige
Worte sprechen würden, und noch mehr, wenn Sie
irgendwelche Anregungen geben könnten.”
Hierauf erhob sich Morgan und sagte: „Ich möchte
nur einen Gegenstand berühren. Ich habe gehört, daß
Sie Ihre Rechnungen immer sehr unpünktlich bezahlen.
 Ich habe erfahren, daß manche Ihrer Gläubiger
ganze sechs Monate lang vertröstet wurden und warten
mußten. Ich halte dafür, daß Ihre Gesellschaft die
fälligen Rechnungen pünktlich bezahlen muß. Falls Sie
im Augenblick nicht die nötigen Summen flüssig haben,
werde ich Ihnen die Beträge vorstrecken.”
Nachdem er das gesagt hatte, setzte er sich wieder,
und die Versammlung vertagte sich. Morgan bestand
stets darauf, daß jede Gesellschaft, an der er interessiert
 war, Rechnungen, die in Ordnung waren,
am Fälligkeitstermin bezahlte, und daß die Beamten
sich anderweitig Geld verschafften, wenn es im Augenblick
 nicht angebracht war, die Zahlungen aus den
verfügbaren Mitteln der Gesellschaft zu leisten.
Morgans Bewußtsein der Verpflichtung gegen jedes

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