Full text : John Pierpont Morgan, der Weltbankier

die einzelnen Kräfte in ihre Bahnen lenken und gegeneinander
 abwägen konnte, ohne irgendeine Interessengruppe
 auf falschen Kurs zu drängen,

Vierzehntes Kapitel
DIE PANIK VON 1907

A) sich die ersten Anzeichen einer Krise bemerkbar
 machten, dachten die Leitungen der alten,
starken, in konservativem Sinne verwalteten Banken
und Treuhandgesellschaften — besonders der letzteren
— daß sie wohl von den Schwierigkeiten, unter denen
andere Unternehmungen litten, verschont bleiben würden.
 Sie hatten ja nichts Unrichtiges getan, hatten
nicht aus Dummheit oder böser Absicht Anleihen auf
nicht marktfähige Papiere aufgenommen, und sie
sagten sich: „Soll jeder seine eigene Suppe auslöffeln
— wenn er sich den Mund verbrennt, so hat er es
verdient!” Sie dachten aber nicht daran, daß eine
Panik auf Persönlichkeiten keine Rücksicht nimmt,
“ind daß eine Geldknappheit die Gerechten ebenso
heimsucht wie die Ungerechten — sie stehen oder
fallen alle zusammen in einem Sturm wie der vom
November 1907. Morgan aber veranlaßte sie, ihre
Haltung zu wechseln. Er sah sofort, daß das einzige
Mittel, die Lage zu retten, die Bildung eines gemeinsamen
 Fonds zu gemeinsamer Hilfeleistung war, und
er persönlich bestimmte sie, zu diesem Fonds beizutragen,
 da er ihnen klarlegte, daß sie andernfalls auf
Hilfe nicht zu rechnen hätten, wenn sie in Schwierigkeiten.
 gerieten,
Die kommende Krise machte sich bereits im Juli
1907 bemerkbar. In diesem Monat registrierte die United
 States Steel Corporation ein beunruhigendes Nachlassen
 der eingehenden Aufträge. Sie schloß daraus,

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