Object: Antike Wirtschaftsgeschichte

Geld, Kredit. 
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Hunderts derart schwankend, daß sogar der Staat, soweit er nicht 
Naturalien empfing, sich Silber- und Goldmengen zahlen ließ statt 
der Münzen, war doch ein Sturz des Geldwertes eingetreten, wie 
er sonst nur bei papiernen Zahlungsmitteln vorzukommen Pflegt. 
Besser wurden diese Verhältnisse erst unter Konstantin und dann 
im byzantinischen Reich, aber zu einer großzügigen Münzpolitik 
fehlten alle Grundlagen. 
Wenn auch in den ersten zwei Jahrhunderten der Kaiserzeit das 
Geld- und Kreditwesen entwickelt war, so hat doch im Ver 
hältnis zu heutederBesitzvonEdelmetallgegenüber derDispositions- 
kraft über Edelmetall mehr zu bedeuten gehabt. Die großen Kredit 
institute mit ihrem weitverzweigten Filialensystem fehlten, welche 
der Thesaurierung heute so energisch entgegenarbeiten. Daher 
treffen wir auch in der alten Literatur so häufig den Geizkragen 
und Wucherer an, der schmutzig umhergeht, zu Hause aber 
das Geld in Haufen liegen hat, ein Typus, der sich meist nur 
dann entwickelt, wenn einer seinen blanken Geldstücken gegenüber 
steht (Lucian, Der Tyrann 17). 
Die Reformversuche gegen das'Ende der Antike haben nicht 
zu einer ausgebildeten Theorie über die Zusammenhänge der 
sozialen und wirtschaftlichen Erscheinungen geführt wie in der neu 
zeitlichen Entwicklung. Die hohe Entwicklung der juristischen 
Reflexion war relativ unabhängig von der tieferen Einsicht in 
wirtschaftliche Zusammenhänge. Die großen Theoretiker der 
Antike, die wir unter dem Gesamtnamen der Philosophen kennen, 
haben in dieser Richtung ebenfalls wenig getan. Wenn sie auch 
scharfsinnige Bemerkungen über wirtschaftliche Dinge machten, so 
fehlte doch eine systematische Bearbeitung völlig. Viele unter ihnen 
trugen am Ausgang des Altertums — jeder in seiner Weise — 
zur Destruktion des Staates noch bei, die meisten freilich waren 
ärmliche Gesellen mit dürren Seelen. Mancher tüchtige Kopf suchte 
zu retten, was zu retten war: das Recht der Persönlichkeit, wo 
durch viele ernste Männer zur Abkehr vom Staatsgetriebe be 
wogen wurden. War doch bei den Griechen seit jeher ein aske 
tischer Zug immer wieder zum Vorschein gekommen, der vielfach 
an weltfeindliche Lehren anknüpfte, da sie sich gerne mit finsteren 
und tragischen Problemen beschäftigten. 
Vor allem waren die Zyniker und ein Teil der Stoiker in der 
Opposition, die die Ausschweifungen der Herrscher rügten, wo sie 
konnten (Dio Cassius LX VI, 13) und dann das Martyrium auf 
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