Object : Bankpolitik

60.  Die  Aufgaben  des  Bankenplacement.

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sonders  starke  Einwirkung  des  Bankenplacements  hat  zur  Bevorzugung
der  Obligationen  auch  bei  den  Gesellschaften  geführt,  die  von  französischem
  Kapital  im  Auslande  errichtet  wurden.  Vas  zu  große  Ausmaß
dieser  Obligationen,  die  bei  russischen  und  südamerikanischen  Bahnwerten
  in  manchen  Zöllen  zweidrittel  des  Investitionskapitals  über
schreiten,  und  der  dadurch  verursachte  Zwang  zu  hoher  fester  Verzinsung
hat  bei  schlechtem  Geschäftsgang  bei  einer  Reihe  so  finanzierter  Unternehmungen ­
  Schwierigkeiten  hervorgerufen  und  mitunter  den  Fortbestand ­
  des  Unternehmens  gefährdet.  Die  Geschichte  der  österreichischen ­
  Südbahn  liefert  hierfür  das  markanteste  Beispiel.  In  der  Industrie
ist  die  Bemessung  der  Obligationen  noch  schwerer  durchzuführen  als
bei  Verkehrsunternehmungen.
3.  In  den  vereinigten  Staaten  suchte  man  dem  Nachteil  der  Verzinsungspflicht, ­
  welcher  den  Obligationen  anhaftet,  zum  Teil  dadurch
obzuhelfen,  daß  man  auf  Grund  des  Gegenwartsertrags  Vorzugsaktien
schuf,  die  in  ihrer  Dividende  fix  begrenzt  waren  und  zumeist  aus  den
Gewinnen  künftiger  Jahre  Ersatz  für  das  Unterbleiben  oder  die
Verkürzung  der  Dividendenzahlungen  in  einem  Jahre  erhalten  sollte.
Auf  dem  Kontinent  haben  sich  Vorzugsaktien  nur  wenig  eingebürgert, ­
  da  sie  das  Placement  der  gewöhnlichen  Aktien  vielfach  benachteiligen. ­

4.  Der  Ausgabe  von  Obligationen  sind  enge  Grenzen  gesetzt,  die
Vorzugsaktien  konnten  sich  auf  dem  Kontinent  überhaupt  nur  wenig
einbürgern,  hier  galt  es  somit  die  gewöhnlichen  Aktien  dem  Bankenplacement ­
  einzufügen.  Um  dieses  Ziel  zu  erreichen,  gingen  die  Banken
für  ihre  Aktien  zur  stabilen  Dividendenpolitik  über.  In  den  ersten  Zeiten
der  Aktienbanken  wurde  entsprechend  den  Anforderungen  der  Börse  aller
Reingewinn  ausbezahlt  und  die  Dividende  schwankte  daher  noch  in  der
Gründerperiode  außerordentlich  stark.  Die  Anglo-österreichische  Bank
z.  L.  erhöhte  noch  im  Jahre  1868  ihre  Dividende  von  15  auf  78%  ohne
dabei  die  Reserven  über  das  statutenmäßige  Rlaximum  hinaus  zu  sortieren. ­
  Seit  Anfang  des  achten  Jahrzehnts  des  vorigen  Jahrhunderts
begannen  einzelne  Kreditbanken,  unter  welchen  die  Deutsche  Bank,  der
Credit  Lyonnais,  die  österreichische  Boden-Kredit-Anstalt  und  die  belgische ­
  8ooi6t6  göneralo  besonders  konsequent  vorgingen,  große  stille  und
offene  Rücklage  zu  machen  und  auf  eine  Stabilisierung  der  Dividende
hinzuarbeiten,  indem  sie  die  Gewinne  aus  einmaligen  Geschäften  namentlich ­
  aus  Konsortien  und  Effektentransaktionen  ganz  oder  zum  Teil  unverrechnet
  ließen  und  an  die  Aktionäre  nur  eine  Ouote  des  gesamten
Reingewinns  verteilten.  Dieser  Vorgang  wurde  bald  so  allgemein,
            
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