Full text: John Pierpont Morgan, der Weltbankier

Und da war Morgan, der künftige Geldfürst, bisher 
aber ein einfacher Bankier, der seine Ideen und Me- 
thoden 30 Jahre lang in seinem eigenen Geschäfts- 
zweig erfolgreich angewendet hatte. Wir sind jetzt an 
dem Punkt angelangt, von wo der Morgan, den wir 
bisher kennengelernt haben, sich anschickte, den Weg 
zu begehen, der ihn auf den Gipfel führen sollte, von 
wo er den ersten Schritt von dem vielbegangenen 
Pfad der gewöhnlichen Geschäftsroutine fort machte 
und in seiner privaten Eigenschaft Arbeit für die 
Öffentlichkeit leistete, Es ist der Zeitpunkt, als er, um 
mit einigen zu reden, anfing, den Reichtum des Landes 
zu. schlucken, oder, wie andere es ansehen, die Ge- 
schäfte der amerikanischen. Allgemeinheit in dem 
Sinne zu führen, in dem sie seiner Meinung nach ge- 
führt werden mußten, oder, wie wieder andere be- 
haupten, sich entschied, ein öffentlicher Wohltäter zu 
werden und dem Lande für den Rest seiner Tage un- 
schätzbare Dienste auf finanziellem Gebiet zu leisten. 
Mit anderen Worten, die Frage nach Morgans Mo- 
tiven: oder seiner Moral kann am besten durch die 
Schilderung der Ereignisse in seiner weiteren Lauf- 
bahn vom Jahre 1885 ab beantwortet werden. Die 
Darlegung der wirklichen Ereignisse in Morgans Leben 
wird uns zu dem Schluß führen, daß die erste und die 
dritte oben angegebene Ansicht von den Beweg- 
gründen des Finanzmannes etwas romantisch und 
falsch sind, und daß die zweite, die annimmt, daß sein 
tiefstes Interesse an den Geschäften, die moralische 
Achse, um die sich sein ganzes Leben drehte, eine 
natürliche Vorliebe für gesunde, wohlbegründete Ge- 
schäfte ohne logische Fehler oder verderbliche 
Schwachheiten war, der Wahrheit sehr nahekommt. 
Sie kommt der Wahrheit jedenfalls so nahe, wie 
es eine Analyse eines menschlichen Wesens. die nicht 
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