Object : Der Weltverkehr und seine Mittel

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Seehäfen  des  Altertums.

scheinlich  das  schöne  hier  abgebildete  Meerschloß  (Abb.  506),  das  leider  im  Jahre  1840
durch  das  Bombardement  der  englisch-österreichischen  Flotte  zerstört  wurde.  Der  antike
Hafen,  zu  dessen  Schutz  die  Phönizier  mächtige  Molen  errichtet  hatten,  ist  durch  den  eingebrachten ­
  Schutt  unbrauchbar  geworden.  Die  Eifersucht  und  der  Neid  spornten  die  Römer
an,  der  Herrlichkeit  Karthagos  ein  jähes  Ende  zu  bereiten.
Von  bescheidenen  Hafenanlagen  berichtet  die  älteste  Geschichte  Griechenlands.  Zu
Pylos  und  Methone  finden  wir  heute  noch  die  unbedeutenden  Überreste  der  einstigen
künstlichen  Häfen.  In  den  kleinasiatischen  Kolonien  entstanden  die  ersten  bedeutenderen
griechischen  Hafenbauten,  und  stattlich  wurde  nach  und  nach  die  Zahl  der  griechischen
Seestädte,  von  welchen  sich  eine  nicht  geringe  Anzahl  eines  großen  Ruhmes  erfreute,
es  sei  hier  nur  an  Ephesos,  Samos,  Rhodos,  Knidos,  an  Cyzicus,  Heraklea,  Siuope,
Trapezus  und  auf  Sizilien  an  Syrakus  erinnert.  In  Griechenland  selbst  entstanden
die  bedeutendsten  Hafenanlagen  im  Piräus,  woselbst  sich  die  Kriegs-  und  Handelshäfen
Athens  befanden.  Von  dem  Handelshafen  war  ein  Teil  als  Emporium  abgegrenzt.  Man
verstand  hierunter  einen  abgegrenzten  Hafenteil,  in  dem  der  Seehandel  mit  fremden
Nationen  und  die  Einfuhr  ausländischer  Handelswaren  gestattet  war.  Hier  standen  das
Hafen-  und  Zollamt,  die  Börse,  das  Handelsgericht,  hier  lagen  die  Kanfstellen  und  Entrepvts,
die  Gasthäuser,  Herbergen,  Kaufläden  und  andere  Anstalten,  die  zur  Erleichterung  des
Handels  und  für  die  Bequemlichkeit  der  Seefahrer  bestimmt  waren.  Die  athenischen
Kriegshäfen  bildeten  in  erster  Linie  die  Hafenbecken  Zea  und  Munychia  im  Piräus.  Hier
befanden  sich  die  zahlreichen  Schiffshäuser,  in  welchen  die  Kriegsschiffe  aufbewahrt  wurden,
und  hier  stand  das  viel  bewunderte  Zeughaus  des  Philon,  das  auf  Sullas  Befehl,  wie
auch  alle  Schiffshäuser,  der  Vernichtung  durch  Feuer  anheimfiel  (86  v.  Chr.).
Bon  den  durch  griechischen  Einfluß  in  späterer  Zeit  entstandenen  Hafenanlagen  sind
besonders  Alexandria  und  Selencia  Pieria,  das  Emporium  der  orientalischen  Prachtstadt
Antiochia  am  Orontes,  zu  nennen.  Infolge  der  ungünstigen  Wind-  und  Stromverhältnisse
war  die  Einfahrt  in  den  großen  Hafen  von  Alexandria  nicht  immer  leicht,  und  um  dieselbe
bei  Nacht  weniger  gefahrvoll  zu  gestalten,  wurde  auf  der  Insel  Pharus  ein  mächtiger
Leuchtturm  errichtet.  Dieser  Bau,  der  von  dem  Baumeister  Sostratus,  dem  Sohne  des
Texiphanes,  errichtet  war.  wurde  zu  den  Weltwundern  gerechnet.  Seine  Herstellungskosten ­
  sollen  über  3^  Millionen  Mark  betragen  haben.
Die  Römer  wurden  verhältnismäßig  erst  spät  ein  seefahrttreibendes  Volk.  Die
Küstenbildung  Italiens  ist  für  die  Anlage  von  Häfen  nicht  günstig,  und  diese  Anlagen
bedingten  mächtige  Kunstbauten.  Unter  den  Kaisern  entstanden  bei  Ostia  an  der  Tibermündung
  große  Hasenbassins.  Die  ersten  Arbeiten  kamen  hier  unter  Kaiser  Claudius
zur  Ausführung.  Die  Lage  des  Wellenbrechers  war  gegen  den  Rat  der  Ingenieure
erfolgt  und  erwies  sich  für  die  Einfahrt  der  Schiffe  als  sehr  ungünstig.  Noch  bedeutender
waren  die  Hafenbauten  Trajans  an  der  Tibermündung.  Mit  dem  Trajanshafen  standen
umfangreiche  Magazine,  Dockanlageu  und  alle  sonstigen,  für  eine  ausgedehnte  Seeschiffahrt
erforderlichen  Anstalten  in  Verbindung.
In  Rom  selbst,  wohin  im  Altertum  die  weit  kleineren  Seeschiffe  gelangen  konnten,
wurden  an  dem  Tiberufer  Kaimauern  mit  Landungsanlagen  hergestellt.  Für  die  Handelsschiffe ­
  diente  das  Emporium,  für  die  Kriegsschiffe  waren  die  Navaliet,  bestimmt.  Die  starke
Sandmitführung  des  Tiberstromes  und  die  Anladung  der  italienischen  Küste  bewirkten
im  Laufe  der  Jahrhunderte  eine  vollständige  Versandung  der  großartigen  Hafenanlagen
an  der  Mündung,  von  welchen  heute  nur  noch  Spuren  vorhanden  sind,  die  weit  von  der
Meeresküste  abliegen.
Bon  den  römischen  Hafenstädten  sind  außerdem  Puteoli,  Antium,  Ancona,  Centumcellae
  zu  nennen.  Nicht  unerwähnt  darf  die  Schöpfung  Herodes  des  Großen  bleiben,
jener  Wunderban  zu  Cäsarea,  von  dem  heute  nur  noch  einige,  wenn  auch  gewaltige  Reste
Kunde  geben.  Bei  dem  Stratonstnrme  baute  er  einen  geräumigen  Hafen,  dessen  Größe
diejenige  des  Piräus  übertraf.  Der  Schutzdamm  hatte  eine  Tiefe  von  20  Ellen.  Derselbe ­
  diente  als  Wellenbrecher  und  zur  Aufnahme  einer  Mauer,  deren  Höhe  über  dem
Meeresspiegel  65  in  gewesen  sein  soll.  Um  den  ganzen  Hafen  ließ  Herodes  die  schönsten
            
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