Object : W. & A. K. Johnston's commercial & economic atlas of the world

Rote  Kreide

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Rubin

unterworfen.  Das  R.  wird  zur  Herstellung  von
landwirtschaftlichen  Geräten,  Mühlwellen  und
Mühlrädern  sowie  in  der  Stellmacherei  verarbeitet ­
  und  ist  außerdem  ein  ganz  vorzügliches,
aber  teures  Brennmaterial.  Der  Buchenholzteer ­
  (s.  d.)  bildet  den  Rohstoff  für  die  Kreosotherstellung. ­

Rote  Kreide  (Rötel,  Rotstein,  Hausrot)
nennt  man  einen  tonigen  Roteisenstein,  d.  i.  ein
Gemenge  von  Ton  und  Eisenoxyd,  das  da,  wo
es  sich  in  größeren  Mengen  findet,  als  Eisenerz ­
  verwandt  wird.  Das  bräunlichrot  abfärbende
Mineral  kommt  aus  der  Gegend  von  Saalfeld  und
Nürnberg,  aus  Tirol,  Schlesien,  und  Böhmen  in
den  Handel  und  findet  sich  teils  in  derben
Massen,  teils  in  spaltbaren  Stücken  (s.  Blutstein).
Die  ersteren  werden  von  Zimmerleuten,  Steinmetzen ­
  u.  a.  zum  Vorzeichnen  gebraucht,  während
die  anderen  in  längere  Griffel  geschnitten  und
in  Holz  oder  Rohr  gefaßt  zur  Verwendung  gelangen. ­
  Zur  Herstellung  der  zum  Zeichnen  auf
Papier  gebrauchten  dünneren  Rotstifte  wird  die
Masse-erst  gepulvert,  geschlämmt  und,  mit  einem
Bindemittel  zu  steifem  Teig  angemacht,  in  Stengel ­
  geformt.  Feinere  Sorten  von  feurigem  Rot
erhalten  einen  Zusatz  von  Zinnober.
Rotholz.  Unter  diesem  Namen  kommen  verschiedene, ­
  einen  roten  Farbstoff  enthaltende  Holzarten ­
  in  den  Handel,  die  von  Bäumen  aus  der
nur  in  den  Tropen  heimischen  Familie  der
Zäsalpineen  abstammen.  Andere  rote  Stammhölzer, ­
  wie  z.  B.  Blauholz,  Sandelholz,  Kaliaturholz,
  rechnet  man  hingegen  nicht  zu  den  Rothölzern, ­
  sondern  führt  sie  unter  ihren  besonderen
Namen  in  den  Preislisten  auf.  Zu  dem  nach  der
Herkunft  in  südamerikanisches,  westindisches ­
  und  ostindisches  unterschiedenen  R.
gehören  folgende  Handelssorten;  Pernambukrotholz
  (Fernambukholz,  Brasilienholz,
lat.  Lignum  fernambuci,  frz.  Bois  de  Bresil  ou
de  Fernambouc,  engl.  Pernambuco  wood),  das
Kernholz  von  Caesalpinia  echinata,  wurde
früher  aus  dem  Hafen  von  Pernambuko  in  Brasilien ­
  ausgeführt,  woher  es  seinen  Namen  erhalten ­
  hat,  kommt  aber  jetzt  nicht  mehr  oft  in
den  Handel  und  wird  daher  auch  nur  ausnahmsweise ­
  als  Farbholz  verwandt.  Höchstens  benutzt
man  es  wegen  seiner  hohen  Politurfähigkeit  als
feines  Tischlerholz,  und  zu  Violinbogen.  Das
Holz  bildet  arm-  bis  schenkeldicke  Stücke  von
ungefähr  1I/4  m  Länge  und  faserigem  Gefüge,
wird  aber  häufig  durch  andere  Rotholzarten,
namentlich  Bahiaholz,  ersetzt.  Für  Färbereizwecke ­
  werden  jetzt  hauptsächlich  St.  Martharotholz, ­
  Mazatlanrotholz,  Nikaragua-  und
Kostarikarotholz  verwandt.  Das  St.  Martharotholz ­
  (Martinsholz,  Stockfischholz,  Pfirsichholz), ­
  von  Caesalpinia  brasiliensis,  ist
im  Kern  schön  rot  und  reich  an  Farbstoff,  im
Splint  hellgelb.  Die  Scheite  sind  an  dem  einen
Ende  rund,  am  anderen  abgesägt  und  lassen  auf
dem  Querschnitte  hellere,  radiale  Streifen  erkennen. ­
  Die  von  den  jüngeren  Ästen  herrührenden ­
  Stücke  führen  den  Namen  Brasiletto,
jedoch  bezeichnet  man  hiermit  nach  anderen
Angaben  auch  mehrere  von  Kuba,  Jamaika  und
den  Bahamainseln  kommende  geringwertigere
R.-Arten,  dünne  Stücke  von  bräuniichgelber
Farbe,  die  von  Caesalpinia  vesicaria  und  C.

crista  herrühren  sollen.  Das  Nikaraguarot
holz  ist  dem  St.  Marthaholz  sehr  ähnlich  und
stammt  vielleicht  von  demselben  Baume.  Die
Scheite  sind  meist  etwas  gedreht  und  noch  von
hellem  Splinte  bedeckt.  Das  Mazatlan-Lima-R.
  hat  oft  lange  Spalten,  die  einen  grauen  Überzug ­
  zeigen.  Frisch  geschnitten  ist  es  gelblich,
wird  aber  an  der  Luft  rot.  Kostarikarotholz,
aus  der  gleichnamigen  Republik,  bildet  ebenfalls ­
  eine  gesuchte  Sorte,  —  Unter  den  ostindischen ­
  Rothölzern  ist  das  wichtigste  das  Sapan
rotholz,  von  dem  man  wieder  Siam-Sapan
und  Birma-Sapan  unterscheidet.  Ersteres  '  ist
lebhaft  gelbrpt,  ohne  Sp.int,  letzteres  hellrot,
später  nachdunkelnd  und  noch  vom  Splint  umgeben. ­
  Beide  Sorten  stammen  von  Caesalpinia
Sapan.  Andere  geringwertige  Sorten  sind  Padang-Sapan
  und  Jaya-Sapan.  —  Das  R.
wird  erst  in  Europa  geraspelt  und  fermentiert,
wodurch  die  Farbe  lebhafter  wird,  und  ebenso
wie  das  daraus  hergestellte  Rotholzextrakt
in  der  Färberei  und  zur  Herstellung  roter  Farblacke
  benutzt.  Der  wertbestimmende  Farbstoff,
das  Brasilein,  ist  nur  zum  Teil  fertig  gebildet
in  dem  Holze  enthalten,  während  der  Haupttei!
sich  als  Chromogen  (Brasilin)  vorfindet,  aus
dem  sich  erst  nach  und  nach  durch  Einwirkung
der  Luft  das  Brasilein  bildet.
Rotviolett.  Diesen  Namen  führen  einige  seit
1877  bekannte  Teerfarbstoffe,  die  zum  Färben ­
  von  Wolle  benutzt  werden.  Rotviolett
4  RS,  ein  rotviolettes,  in  Wasser  leicht  lösliches
Pulver,  wird  durch  Behandeln  von  Dimethylrosanilin
  mit  rauchender  Schwefelsäure  erhalten
und  besteht  demnach  aus  dem  Natronsalze  det
Dimethylrosanilintrisulfosäure.  Rotviolett  5  RS
wird  in  Form  braunvioletter,  metallisch  glänzender, ­
  in  Wasser  mit  fuchsinroter  Farbe  leicht
löslicher  Stücke  durch  Behandeln  von  Äthylrosanilin ­
  mit  rauchender  Schwefelsäure  erhalten
und  besteht  aus  dem  Natronsalze  der  Äthylrosanilinsulfosäure.
  Rotviolett  5R  extra  ist  ein
dem  Hofmannschen  Violett  nahestehender  Farbstoff. ­

Rubin  nennt  man  das  nach  dem  Nitrobenzolverfahren ­
  ohne  Anwendung  von  Arsensäure  dargestellte, ­
  also  arsenfreie  Fuchsin.
Rubin  (frz.  Rubis,  engl.  Ruby),  einer  der  kostbarsten ­
  Edelsteine,  der  im  Wert  dem  Diamant
nahesteht  und  ihn  in  seinen  schönsten  Sorten
übertreffen  kann,  gehört  zur  Klasse  der  Korunde, ­
  Mineralien,  die  aus  reiner  kristallisierter
Tonerde  (Aluminiumoxyd)  bestehen  und  durch
einen  kleinen  Gehalt  von  Metalloxyden  verschieden ­
  gefärbt  sind.  Vom  blauen  Saphir
unterscheidet  er  sich  lediglich  durch  die  Farbe,
ist  aber  weit  seltner  als  dieser.  Die  schönsten
R.  finden  sich  im  Königreich  Birma  und  auf
Zeylon,  wo  sie  aus  Schuttland  gegraben  werden-Seit
  einigen  Jahren  hat  man  angeblich  auch  in
Südaustralien  bedeutende  Mengen  von  Rubine 11
gefunden.  Die  Farbe  des  R.  ist  ein  schönes,  sehr
feuriges  Karminrot,  und  zwar  wird  am  meisten
der  Farbenton  geschätzt,  den  die  Juweliere
Taubenblüt  nennen,  ein  reines  tiefes  und  reiches ­
  Rot,  ohne  Beimischung  von  Blau  oder  Gelb-Die
  R.  von  Zeylon  haben  einen  zu  stark  bläulichen ­
  Farbton,  werden  aber  nach  dem  Schleif 611
und  Polieren  dadurch  verschönert,  daß  man  si 6
            
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