fullscreen: Kapitalismus und Sozialismus

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II, 3, B. Die Leistungsfähigkeit des Sozialismus 
nach sich ziehen. Dabei ist es aber z. V. im Falle der Minderleistung 
sehr schwierig, diese einem Fernerstehenden oder gar einem Laien 
schlüssig zu beweisen.... Berücksichtigt man dann noch die begreif 
liche Scheu der Werksbeamten, in der Arbeiterpresse denunziert zu 
werden, so wird es erklärlich, daß die Neigung gerade der Staats 
beamten, den Interessen des Dienstes gegebenenfalls auch durch ein 
strengeres Vorgehen gegen den Arbeiter zu entsprechen, ganz be 
deutend beeinträchtigt wird. Der Beamte hat das natürliche Ge 
fühl, daß bei vielen Beschwerden über seine vienstführung, selbst 
wenn er sich in jedem Falle rechtfertigen kann, doch immer etwas 
hängen bleibt." 
Wenn der öffentliche Betrieb schon im alten „Gbrigkeitsstaat" 
diese Eigenschaften zeigte und dadurch die Arbeitsleistung ungün-^ 
stig beeinflußte, so ist natürlich aber erst recht unter einer demo 
kratischen Verfassung mit dem hervortreten dieser Erscheinungen 
zu rechnen. In demokratisch regierten Ländern ist man denn auch 
bereits vor dem Kriege zu der Erkenntnis gekommen, daß gerade 
kn der Demokratie der öffentliche Betrieb auf besondere Schwierig 
keiten stößt. So bemerkte Prof, herkner auf Grund seiner Schwei 
zer Beobachtungen hierüber schon im Jahre 1907 folgendes 38 >: 
„Eine andere, nicht mit Sicherheit zu bejahende Frage ist die, ob ein 
sozialdemokratischer Stadtrat imstande sein würde, gegenüber den rund 
170V Gemeindearbeitern die volle Autorität und Disziplin aufrechtzuer 
halten. Diese Gefahr stellt sich wohl überall ein, wo Vertreter der Ar 
beiterpartei innerhalb der Behörden eine maßgebende Stellung erringen. 
Chefs staatlicher und kommunaler Dienstzweige, die durch das Band der 
Partei mit Berufsorganisationen der Arbeiter und Angestellten verknüpft 
sind, die diesen unter Umständen geradezu ihre Stellung in den Behör 
den verdanken, werden naturgemäß noch mit weit größeren Schwierig 
keiten zu kämpfen haben, als sie heute ohnehin schon den meisten Staats 
und Gemeindebehörden aus den Beziehungen zu ihrem Personal erwachsen. 
Zweifelsohne wurzelt die in vielen Demokratien zu beobachtende Abnei 
gung gegen Verstaatlichungen und Kommunalisierungen mit in Befürch 
tungen, die auf diesem Gebiete liegen. Ja selbst sozialistische Arbeiter,
	        
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