Osterrisöer — Ostindien (Areal, Bevölkerung, Produktion). 373
worden wären, um den Papiergeldumlanf
zu erhalten. Daö französische Atas; - und
GewichtSsystein ist seit 1. Jan. 1870 obli
gatorisch.
Österrisöer, Hafenstadt im uorweg.
Amt NedenäS, auf einer Landspitze im
Skagerrak; (i87g) 2488 Einw. Deutsche
Konsularagentnr (ressortiert voir Aren-
dal); bedeutende Reederei.
Ostindien (auch blos; Indien oder
Englisch-Indisches Kaiserreich ge
nannt), daö wichtigste Kolonialgebiet der
britischen Krone, zum Teil im ünmittel-
baren Besitz derselben, zumTeilunterVa-
sallenfnrsten, 343 an Zahl, von denen
153 Lehnsträger der englischen Kroire, die
übrigen Aftervasallen und Lehnsträger in-
discher Fürsten sind, iltach den letzten Er
bebungen waren 1873 Flächeninhalt und
Bevölkerung:
QKilom. QMcileil Bewohner
Brit. Besitzungen 2329201 42301 191095445
Tributärstaaten . 1444922 26241 49203053
Zusammen: 3 774123 08542 240298498
Nach der Abstammung scheidet sich die Be
völkerung der britischen Besitzungen (der
drei Präsidentschaften: Bengalen, Madras
und Bombay) ohne die Vasallenstaaten in :
Hindu 149130185
Mohammedaner 40227552
Nichtindische Asiaten .... 540989
Mischlinge 100402
Briten 75734
Andre Europäer 38453
Amerikaner, Afrikaner rc. . . 6961
Unbekannter Nationalität . . 434772
Unter den Europäern befinden sich, soweit
bekannt, 755 Deutsche. Hinsichtlich der
Beschäftigung werden aufgeführt: 37'As
Mill. Ackerbauer, 95,000 Kamel- und
Elefantentrciber, Fuhrleute, Jäger,
3,441,000 Handeltreibende, 8,747,000
Handwerker, 2,265,000 der nichtprodu-
zierenden Klasse. Auf der Halbinsel Vor
derindien werden, abgesehen von zahl
reichen Dialekten, 23 verschiedene Spra
chen geredet, in Birma verhältnismäßig
noch mehr. Kasten existieren in den Nord
westprovinzen nicht weniger als 337, in
Bengalen an 1000.
Die Auswanderung von Kulis be
trug 1878: von Kalkutta 18,488, von
Madras 3890, von französischen Häfen
2804, zusammen 25,182 Seelen. Davon
gingen nach britischen Kolonien 19,693,
nach französischen Kolonien 5165, nach
Surinam 324.
Produktion.
Ackerb a u. Die Bodenbeschaffenheit ist
eine sehr mannigfaltige: fruchtbare, wohl-
bewässcrte Ebenen, dürre Wüsten, wie
das Thar im NW., daö 20,720 qkm (376
QM.) große Ran, je llach der Jahreszeit
ein Salzsumpf, ein Salzsee oder ein
Meereöarm; hohe Plateaus mit vielen
Thälern, wie anderNordgrenzedcrHima
laya. Vom Ackerfeld sind zwischen 60 und
83 Proz. mit Nahrungögetrcidc bepflanzt,
4—6 Proz. entfallen auf Sämereien, 8—
20 Proz. auf Gespinstpflanzen, Indigo,
Kaffee ». a. — Reis wird im ganzen
Land gebaut; die hauptsächlichsten in den
Handel kommenden Varietäten sind:
Bengalreis, Patna-, Rangun- und Ar-
rakanreiö. Man hat die Reisgewinnung
von ganz Indien mit Einschluß der Va
sallenstaaten wohl etwas zu hoch auf
1200—1300 Mill. Ctr. geschätzt. Dieses
Quantum wird aber nicht im Land ver
braucht, und cs sind in den letzten acht
Jahren mindestens 17 Mill. Ctr. jähr
lich exportiert worden, 1872—73 sogar
22,973,797 (Str. 1877—78 betniß bei:
Export 18,211,388 Ctr. im Wert von
137,8 Mill. Mk. Die bedeutendsten Ans-
suhrhäfen für Reis sind : Rangun, Akyab,
Basscin, Moulmen und Kalkutta (s.d.).—
Weizen wurde schon in den 60er Jahren
in kleinern Quantitäten (im Maximum
870,000 lil) exportiert. Die englische Re
gierung hob, um den Anbau zu erleich
tern, 1873 den Ausfuhrzoll auf und sorgte
für billigen Transport zu den Seehäfen.
Schon jetzt sollen die unmittelbaren Be
sitzungen jährlich 87—101 Mill. Ill, die
Tributärstaaten aber 14,5 Mill, hl pro
duzieren, ein Gesamtbetrag, welcher den
der Vereinigten Staaten und Rußlands
überragt. 1872—73 betrug die Ausfuhr
erst 394,010 Ctr. im Wert von 3,354,000
Alk. 1873 — 74 hob sich dieselbe auf
1,755,954 Ctr. im Wert von 16,552,000
Mk. und erreichte 1877—78 : 6,104,985