pulationen der Gesellschaft, ihre Tausende von Arbeitern
an sich zu ketten und auszuplündern.
Im Krisenjahr 1893 setzte die Gesellschaft die Löhne um
ein Viertel herab, aber die Kosten für Miete, Gas und Wasser
blieben die gleichen. Da der jährliche Durchschnittslohn
von mindestens 4497 Arbeitern der Gesellschaft wenig
mehr als 600 Dollar (genau: 613,86 Dollar) betrug, so
lief diese Lohnherabsetzung darauf hinaus, daß man die
Arbeiter zwang, ihre Arbeit einfach umsonst zu leisten.
Zahlreiche Zeugenaussagen vor der Sonderkommission,
die später vom Präsidenten Cleveland eingesetzt wurde, er-
gaben, daß die vierzehntägigen Auszahlungen sich zuweilen
zwischen 4 Cent und ı Dollar bewegten — was die Gesell-
schaft nicht widerlegen konnte. So viel war die Gesellschaft
dem Arbeiter also noch schuldig, wenn sie ihm die Miete
und die Nebenabgaben abgezogen hatte. Diese Räubereien
erregten unter den Arbeitern bitteren Groll, besonders
da sie sicher wußten, daß die Gesellschaft nach ihren
eigenen Geschäftsberichten- enorme Profite erzielte. Zur
selben Zeit waren die Arbeiter allein mit der Miete um
70 000 Dollar im Rückstand.
Die Angestellten Pullmans streiken
Endlich faßten sie Mut — denn es war ein hoher Grad
moralischer Tapferkeit dazu nötig, für sich und ihre Fa-
milien die weitere Not auf sich zu nehmen, die aus einem
Streik unweigerlich folgen mußte — und verlangten eine
Wiedereinsetzung der alten Löhne. Eine arrogante Weige-
rung führte am 11. Mai 1894 zur Erklärung des Ausstandes.
Diesen Streik und den größeren, der folgte, erklärt Caroll
D. Wright, der eine Zeitlang Arbeits-Kommissär der Ver-
einigten Staaten war, für „vielleicht die kostspieligste und
schwerwiegendste Arbeits-Streitigkeit dieser Generation“,
Die Amerikanische Eisenbahner-Vereinigung, die aus Arbei-
tern verschiedenen Grades bei einer großen Zahl von Eisen-
bahnen bestand, erklärte einen allgemeinen Sympathie-
streik und wählte Eugene V. Debs zum Führer.
Der Streik hätte wahrscheinlich Erfolg gehabt, wenn nicht
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