Full text : Die deutsche Kaliindustrie

von 1,4 Mill. dz in Form von Rohsalzen, d.h. Kainit und Düngesalzen,
also eine Gesamtleistungsfähigkeit von 5,8 Mill. dz K,O besitzen.
Die Kapazität!) der zu 10 Gruppen vereinigten 19 Betriebswerke
im Sinne des Kaliwirtschaftsgesetzes umfassenden Reservewerke beträgt
zusammen 2,76 Mill. dz K,0, davon entfallen 1 Mill. dz auf vier mit
Fabriken ausgestattete Werke, die übrigen 1,7 Mill. dz auf eine Reihe
von Rohsalze fördernden Reservewerken.
Bei dem Bemühen, trotz der ungleichmäßigen Belastung, die auf
einem Konzern ruht, die in Betrieb gehaltenen Fabriken gleichmäßig
laufen zu lassen, wurde die Konzentration reichlich weit geführt. Re-Serven
 mußten daher vorhanden sein, obwohl die Rostgefahr sehr beachtlich
 ist. Im übrigen besteht bei der Größe unseres Konzerne die
Gefahr, daß bei unseren Fabrikanlagen einmal etwas passieren könnte,
und dann bei der gleichmäßigen Beschäftigung unserer Betriebswerke
ein empfindlicher Ausfall entstehen würde. Infolgedessen haben wir bei
zwei Fabriken die notwendigen Konservierungsmaßnahmen gut und
sorgfältig getroffen, so daß die weitere Unterhaltung nicht allzu teuer
ist, bei zwei weiteren Reservefabriken hat man die empfindliche Apparatur
 herausgenommen, z.B. die ganze Löseapparatur und das Kühlwesen,
 die besonders dem Angriff des Rostes und der Luft ausgesetzt
sind. Diese Fabriken können im Laufe von 4 bis 5 Monaten wieder betriebsfähig
 gemacht werden.
Vorsitzender: Es ist vielfach behauptet worden, daß gerade
in Ihrem Konzern ein gewisses Mißverhältnis zwischen der Produktionskapazität
 im ganz allgemeinen Sinne und der Leistung bestünde.
Sachverständiger Beil: Sie denken wohl in erster Linie an das
Großwerk Kaiseroda, das seit einer ganzen Reihe von Monaten entsprechend
 dem Bauprogramm nur zu 75 ‚Jo seiner höchsten Leistungsfähigkeit
 ausgenutzt ist. Darin haben wir allerdings noch eine gewisse
Reserve. Wir haben aber nicht das Empfinden, daß zwischen Produktion
 und Kapazität ein Mißverhältnie besteht, solange wir die höchste
normale Leistungefähigkeit unserer Werke mit 80 % ausnutzen. Die
Kapazität steht im übrigen nicht unbedingt fest. Als verantwortlicher
Betriebsleiter glaube ich es bei dem großen Konzern nicht verantworten
zu können, die Kapazität annähernd voll auszunutzen. Da ist einmal
die Gefahr des Ersaufens von Kaliwerken, wodurch neben dem verlorenen
 Bergwerk auch die Fabrik erledigt ist. Ferner besteht die Gefahr
 von großen Bränden bei Betrieben, die so nahe beieinanderliegen.
Mit all diesen Momenten muß man rechnen und als eine Art Vereicherungsprämie
 daher das eine oder andere Reservewerk, wenn auch in be-Scheidenem
 Umfange, aufrechterhalten.
Vorsitzender: Gesetzt den Fall, daß bei allen Konzernen die
Reservewerke ungefähr gleich groß wären, würden Sie dann der Meinung
 sein, daß beim Zusammenschluß von zwei Konzernen die Zahl der
Reservewerke und damit die Aufwendungen für die Unterhaltung der
Reservewerke wesentlich vermindert werden könnten?
Sachverständiger Beil: Nach der Lage der Verhältnisse: Ja.

‘) Vgl. Anm. 9) 8. 129,

34)
            
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