Das Wollen.
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Wünsche ich z. B. als solcher, der Unlust daran hat, daß mein Freund
entfernt ist, „daß er hier wäre“, so denke ich eine Veränderung meiner
Seele in ihrem Gegenständlichen — von „gedachtem Entfernt-Sein
meines Freundes zu gedachtem Hier-Sein meines Freundes“ und eine
mit dieser Veränderung verbundene Veränderung meiner Seele von
Unlust zu Lust. Überdies aber denkt jeder Wünschende, wenn auch
noch so unklar, solche Veränderungen, in welchen besondere Einzelwesen
Allgemeine gewinnen, welche als wirkende Bedingungen für
jene Doppelveränderung seiner Seele in Betracht kommen, und daß
seiner Seele ein Allgemeines zugehört, welches in Beziehung zu solchen
wirkenden Bedingungen als grundlegende Bedingung für solche Doppelveränderung
in Betracht kommt. Wer z. B. wünscht, daß sein Freund
„hier“ wäre, wünscht auch, daß er „käme“, d. h. er wünscht auch solche
Veränderungen, welche jene Doppelveränderung seiner eigenen Seele
zur Folge hätte. Deshalb bezeichnen die Worte „Ich wünsche, daß er
käme“ und die Worte „Ich wünsche, daß er hier wäre“ ein und dasselbe besondere
Wünschen, nur derart, daß im ersteren Falle die zu jener Doppelveränderung
der eigenen Seele führenden Veränderungen, im zweiten
Falle das in jener Doppelveränderung zu gewinnende Gegenständliche besonders
bezeichnet werden. In jedem Wünschen wird also eine besondere
Veränderungsreihe gedacht, in welcher sich an letzter Stelle eine Doppelveränderung
der eigenen Seele, d. h. zwei gleichzeitig auftretende Veränderungen
der eigenen Seele finden. Die gesamte, in einem besonderen
Wünschen gedachte Veränderungsreihe nennen wir das in jenem
Wünschen „Gewünschte“ und das „Gewünschte“ gliedert sich stets in
lie „gewünschten Mittelveränderungen“, in die „Wunschveränderung“
— die gedachte Veränderung der eigenen Seele im
Gegenständlichen — und in die „gewünschte Veränderung im Zuständlichen“
— die gedachte Veränderung der eigenen Seele von
Unlust zu Lust.
Jeder Wünschende denkt die von ihm gewünschten Mittelveränderungen
als solche, in welchen besondere Einzelwesen Allgemeine gewinnen,
die als wirkende Bedingungen für die Wunscherfüllung in Be-'racht
kommen, und denkt ferner, seiner Seele gehöre ein Allgemeines
zu, welches in Beziehung zu jenen gewünschten Mittelverände-“ungen
als grundlegende Bedingung für die gewünschte Doppelveränderung
seiner Seele in Betracht kommt, so daß also in jedem
Wünschen die gedachte Doppelveränderung als in Beziehung zu
len gewünschten Mittelveränderungen „mögliche“ Wirkung gedacht
wird. Aber in keinem Wünschen wird die erste Veränderung
in der gewünschten Veränderungsreihe als „zukünftig wirklich“ oder
auch nur als „möglich“ gedacht, in keinem Wünschen wird also jene
°Tste gewünschte Veränderung in Beziehung zu ihren besonderen Be-