Full text : Study week on the econometric approach to development planning

aj  Die  Schwierigkeiten  einer  Gemüsebewirtschaftung.
In  Heft  28  Her  „Beiträge  zur  Kriegswirtschaft"  habe  ich
geschildert,  mit  welchen  Mitteln  vorgegangen  worden  ist,  um  der
durch  die  Kriegsverhältnisse  bedingten  Schwierigkeiten  in  der  Versorgung ­
  der  Bevölkerung  mit  Obst  und  Obsterzeugnissen  Herr  zu
werden,  und  habe  im  Eingang  meiner  Darlegungen  auf  die  großen
Schwierigkeiten  hingewiesen,  die  einer  Regelung  des  Verkehrs  mit
Obst  von  behördlicher,  zentraler  Stelle  aus  entgegenstanden.  Alle
dort  angeführten  Punkte  treffen  mehr  oder  weniger  auch  auf  eine
Regelung  des  Gemüseverkehrs  zu.  Auch  hier  erschweren  die  außerordentlich ­
  große  Zahl  der  Arten  und  Sorten,  die  verschiedenen,
fast  über  das  ganze  Jahr  verteilten  Ernten,  die  Unterschiede  in
der  Gewöhnung  der  Bevölkerung  an  die  Gemüse-Ernährung  nach
Matz  und  Art,  an  die  einzelnen  Arten  des  Frischgemüses  und  seiner
Erzeugnisse,  die  leichte  Verderblichkeit  des  größten  Teils  des  Gemüses ­
  und  der  Mangel  geeigneter  statistischer  Unterlagen  jeden
behördlichen  Eingriff  von  zentraler  Stelle  empfindlich.
Bei  Ausbruch  des  Krieges  lag  über  die  Gemüse-Versorgung
nur  sehr  lückenhaftes  statistisches  Material  vor.  Zwar
es  I  war  in  den  Jahren  1878,1883,  1893,1906  und  1913  eine  Anbauf
  l  ä  ch  e  n  -  E  r  h  e  b  u  n  g  veranstaltet  worden,  dabei  Waren  jedoch
nur  ganz  allgemein  die  „seldmäßig  angebauten  Gemüse  zur  menschlichen ­
  Nahrung"  aufgenommen  worden,  während  eine  Trennung
auch  nur  nach  den  wichtigsten  Sorten  nicht  durchgeführt  und  der
ganze  Anbau,  soweit  er  nicht  seldmäßig,  sondern  in  Klein-  und
^iartenbetrieb,  erfolgte  —  und  unter  gartenmäßigem  Anbau  sind
auch  die  Handelsgärtnereien  einbegriffen  —  unberücksichtigt  ge»
blieben  war.  Nur  im  Jahre  1913  war  eine  etwas  eingehendere
Trennung  nach  Hauptsorten  durchgeführt  worden,  aber  nicht  im
ganzen  Reiche,  sondern  nur  in  jenen  Gebieten,  in  denen  die  betreffende ­

  Gemüsesorte  von  besonderer  Bedeutung  war.
Heft  *114.2.

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