H78
DÂNMViAltK. — Finanzen.
werden. — Uebrigens betrug das A c t i v vermögen des Staates, welches
Dänemark nach dem Wiener Friedensvertrage ausdrücklich verblieb
(nach der Aufstellung vom 31. März 1863), 11'161,783 und das Ab-
lösungscapital des besonders verwalteten Sundzolls 31’139 293 zu
sammen 42’361,082 Thlr.
Finanzgesehichtliches. Das »Konigsgesetz« von 1660 (welches dem
Herrscher die maassloseste Gewalt einräumte) zeigte seine verderblichen
Wirkungen auch in dem Finanzwesen. Unter der Herrschaft dieses Ge
setzes stieg die Schuld schon 1771 auf 15'31.,.836 Rthlr., wovon man
bereits einen, wenn auch kleinen, Theil als »verjährt« erklärte; unter der
Herrschaft dieses Gesetzes erfolgte sodann 1813 ein förmlicher Staats
bankerott, wobei man sich mit der königl. Verheissung zu begnügen
hatte, dass inskünftig ein jährliches Budget veröffentlicht werden solle.
Diese Verheissung ward 1835, also nach 22 Jahren, zum ersten Male
erfüllt. — Im J. 1813 betrug die gewaltsam reducirte Staatsschuld 142
Mill. Kbkthlr. Papier ; das Papier galt nur '4 seines Nominalbetrags in
Silber: sonach = 35*4 Mill. Mehrfache neue Anlehen vermehrten die
Schuldsumme rasch aufs Neue. Sie betrug in Silber 1811 116’608,000
Thlr. Erst nach dieser Zeit begann einige Verminderung, so dass 1*848
noch 105 Mill, erschienen. Nun bekam man für die »Monarchie« fol
gende Resultate :
Jahr Einnahme Ausgabe
1S43 IPO.52,330 2P318,30l
1850 I2'982,:3)5 22’871,1»2
1851 13’373,443 15’032,362
1852 17'056,713 19'106,338
Deficit
IU'235,311
0’88S,817
P718,313
2’043,613
Deckungsweise
Englisches Anleheiiv.Rbthlr. 7 Mill.
(und Kriegssteuer von 5 -
jNeue engl. Anleihe von 6 -
(und Kriegssteuer von 5’274,000
Kriegssteuer . . . 1'102,000
/Neue Anleihe . . . 1'358,000
I u. \ enninderung des Cassastandes.
Dieser finanziellen Zerrüttung entkam der Staat 1856 durch den
Loskauf des Sundzolls (Oeresund). Die fremden Küstenstaaten bezahlten
dafür 30’476,325 Rthlr., wozu beitrugen:
Preussen 4’,440,027 I Hamburg . . K,7,012 , Oldenburg . 28 127
Oesterreich . 23,434 Hannover . . 123,387 I Niederlande. I’4o8’o60
Belgien . . 401,455 j Lübeck . 102,OlM» ^ Russland. . o'TOx'oOj
Bremen . 218,585 | Mecklenburg . Sclnveden l’5iK)^504
Frankreich 1’213,003 | Norwegen . . 667,225 Ver. Staaten ^ 380 000
Grosshritan. 10’126,825 ! ■ ’
Diese Einnahme ermöglichte dann auch die Verminderung der
Staatsschuld, die am 1. April 1854 123’553,300 Thlr. betragen hatte.
Der Krieg von 1864 schlug auch den Finanzen tiefe Wunden. Man
bedurfte neuer Steuern und wiederholter Anlehen. Durch die Ersten
sollten im Königreich allein während des Finanzjahres 18"4, 2'4 Mill.
Thlr. aufgebracht werden, und zwar durch Erhöhung der Einkommen
steuer um 3 Proc. und der Grundsteuer um 3 Thlr. 21 Schill, pr. Tonne
Hartkorn. Grössere Summen mussten natürlich durch Anlehcn erlangt
werden (s. oben). Nach den der Volksvertretung am 27. Juni 1864 ge
machten Vorlagen hatte die Land- und Seemacht vom 1. Dec. 1863 bis
31. Mai 1864 ausserordentlicher Weise 14’200,000 Thlr. erfordert. Bis
zum Friedensschlüsse kamen wol noch 3—4 Mill. dazu. Ueberdies be-