fullscreen : Schragen der Gilden und Aemter der Stadt Riga bis 1621

Der  Aufschwung  der  Handwerksämter  im  i6.  Jahrhundert.

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Sich  ein  ernsthaftes  Streben  der  Handwerker  den  an  sie  zu  stellenden
Anforderungen  gerecht  zu  werden,  aber  sie  vergessen  die  Wahrung
•hrer  eigenen  Interessen  nicht.  Es  soll  nicht  versäumt  werden  das
Meisterstück  von  dem  zum  Eintritt  in  das  Amt  sich  meldenden
Gesellen  zu  fordern.  Die  „mutliwilligen“  Montage  der  Gesellen
Werden  thunlichst  beseitigt.  Jeder  verj'ubelte  Arbeitstag  bedingt
^*ne  Strafe  von  6  Ferdingen.  Die  eingesammelten  Monatsbeiträge
tollen  ,^dem  amte  zum  besten^  auf  bewahrt,  die  Gelegenheit  zum
Prunke  nicht  mehr  so  häufig  wahrgenommen  werden.  Auch
''"ii’d  ein  Missbrauch  abgestellt,  der  sich  wunderlich  genug  aus-•^immt.
  Bei  Klagen  nämlich  der  Konsumenten  über  die  Weber
niussten  diese  für  zu  geringes  Gewicht  oder  ungenügende  Güte
Leinwand  Geldstrafen  zahlen.  Das  scheint  nun  in  der  Art
S^schehen  zu  sein,  dass  Alle  für  Einen  einstanden,  und  die  betreffende
^umme  aus  der  gemeinschaftlichen  Kasse  genommen  wurde.  Fortan
das  verboten,  und  jeder  sollte  den  Schaden,  den  er  verursacht
^^tte,  aus  eigener  Tasche  decken.
Trotz  dieser  Schattenseiten,  die  die  Verfassung  allmählig  aufstanden
  die  Handwerker  gerade  während  dieser  Periode  un-^''^eifelhaft
  auf  der  Höhe  ihrer  Leistungsfähigkeit.  Sie  waren  behäbig,
•hre  Ämter  zahlreich  besetzt  und  angesehen.  Mehrere  derselben
^^^chten  es  zu  eigenem  Immobilienbesitz,  viele  von  ihnen  hatten
^Gmde  Baulichkeiten  belieben.  Ein  Haus  der  Knochenhauer,  belegen
^  ^er  Rederstrasse,  und  doch  wohl  als  ein  Amtshaus,  in  dem  sie  ihre
^rsammlungen  abzuhalten  pflegten,  zu  verstehen,  wird  seit  i434
*^fchgewiesen  h  Ob  es  identisch  mit  den  „twe  klene  olde  huse“,
die  Knochenhauer  im  Jahre  1531  verkauften*,  bleibe  dahinge-'^Hlt.
  Ein  „Hms,  dat  den  goltsmeden  tohort'^  kommt  i453  vor*,
gerade  das  Amt  der  Goldschmiede  verlieb  wiederholt  Geld
Häuser  in  der  Stadt\  Die  Häuser  beider  genannten  Ämter
^fanden  sich  in  der  Nähe  der  St.  Jakobikirche*.  Die  Schneider
^•■•iauten  sich  zu  Beginn  des  16.  Jahrhunderts  ein  Amtshaus  *,  zu
^ssen  Kosten  jeder  neu  eintretende  Meister  10  Mark  zu  geben
'"^'■pflichtet  war;  dasselbe  lag  in  der  Nähe  der  St.  Johanniskirche’.
Napiersky,  Erbeb.  I,  <>983,  1046;  II,  237.
Napiersky,  Erbeb.  II,  626.
Napiersky,  Erbeb.  I,  895.
^  Stieda,  Halt.  Monatsschr.  35,  S.  125.
i^unge,  Stadt  Riga,  S.  162.
**  S.  unten  II.  Thcil  Nr.  85.  Hoclid.  Übers,  d.  Schragens  v.  1402,  Art.  g.
Napiersky,  Erbeb.  II,  1465.
            
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