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Es sei auch für bequeme Sitze, Arbeitstische und sonstige Behelfe
gesorgt, sonst wird die Gedankensammlung behindert und es leiden
Güte und Menge der Arbeit. Der Arbeitstisch sei kein Lagerplatz,
ebensowenig die Tischladen, deren Inhalt überprüft werden Soll. —
Die technische Bureauarbeit soll zwar möglichst erleichtert,
mechanisiert werden, aber man glaube auch hier nicht, daß billige
Schreibkräfte wirklich billig seien; sie schreiben auf der Maschine
langsamer und machen mehr Schreibfehler als besser gezahlte, tüchtige
Kräfte. Man verwende übrigens neue bureautechnische Behelfe
‘Kartei, Buchungs- und Rechenmaschinen, Sortier- und Tabellier-,
Adressier-, Siegel-, Aufklebe-, sogar Unterschriftenmaschinen) nur
nach reiflicher Prüfung! und nur nach Maßgabe des Bedarfes, d. h.
des jetzigen und wahrscheinlichen nächsten Geschäftsumfanges.
Dagegen ist es immer zu empfehlen, vorhandene Maschinen ständig
rein zu halten und nachprüfen zu lassen. Kleineren Geschäften
dienlich ist, wenigstens die Registerkasse anzuschaffen. Die
Beratung durch einen Betriebsorganisator ist zu empfehlen, nur
muß er die neue Technik auch in Gang bringen helfen. Übrigens
genügt es zur Rationalisierung nicht, technische Neuerungen einzu-
führen, sondern es muß der rationelle Geist der Geschäftsführung
dazukommen: im Einkauf, in der Kalkulation und im Verkaufe.
Die Leitung muß auf Grund der technischen Behelfe und Arbeiten
jederzeit die Lage der Firma abteilungs- und gruppenweise über-
blicken können (Zwischen- und Rohbilanzen) und darf nicht erst
in Wochen nach Jahresende eine mühsam errechnete Bilanz er-
halten (alte Methode). Für den Verkauf wird eine zentrale Kunden-
kartei, mit deren Qualifizierung nach Bonität zu empfehlen sein.
Was die modernen Buchungsarten (Durchschreibverfahren,
Losblattsystem, Kartei, Hollerithsystem u. a.) betrifft, so ist es
wichtig, festzustellen, daß, wie die Berliner Handelskammer (Oktober
1927) erklärte, daraus keine straf- oder zivilprozessualen Nachteile
folgen, wenn diese Buchung die Geschäfte der Firma und die Lage
ihres Betriebes nach den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buch-
führung ersichtlich macht; der Reichsfinanzminister schloß sich
dieser Anschauung an. Ob es rationell ist, in der Berechnung
des »Gewinnes« so weit zu gehen (wie Professor Schmalen-
ı Z. B. empfiehlt die eine Gruppe von Firmen das Durchschreibe verfahren,
während andere Firmen das Umdruckverfahren als die billigste, automatisch ar-
beitende Buchhaltung anpreisen.