Contents: Einführung in die Volkswirtschaftslehre

Konsumtion und Haushalten. Hi 
Hilfe des Grenznutzens regelt. IDo unbeschränkte Huttel vor 
handen sind, erfolgt die Konsumtion allerdings ohne diese Kon 
trolle; da aber in der ganz überwiegenden Mebrzahl aller Fälle 
die Menschen nicht in dieser glücklichen Lage sind, mutz haus 
gehalten werden. Die Aufgaben dieses Haushaltens sind. 
2luswahl der für die Konsumtion zu beschaffenden Mittel nach 
Maßgabe ihres Grenznutzens für die zu befriedigenden Bedürf 
nisse, Wahrung und Sicherung der vorhandenen Güter gegen ver 
derben und Verlust, Bestimmung über die Verwendung der für 
die Verbrauchswirtschaft zur Verfügung stehenden Kräfte (nicht 
nur Dienstboten und Angestellte, sondern zumeist auch Hausfrau 
und Haustöchter). Auch technisch ist das „Haushalten" noch 
durchzubilden; alle die Bestrebungen, die man als Rationaufte- 
rung des Konsums bezeichnen kann, und deren Bedeutung wir m 
den Fahren des Krieges an unserem Leibe erprobt haben, gehören 
hierher. 
Fn diesem Zusammenhange gewinnt plötzlich dre Fr anen - 
frage eine besondere ökonomische Bedeutung; denn die Frau 
ist es welche über diese Summen fast ausschließlich disponrert. 
Nehmen wir hinzu, daß auch die Ausgaben für Bekleidung für 
Heizung und Beleuchtung und für „Sonstiges" wenrgstens teil 
weise durch die Hand der Frau gehen, so dürfen wir wohl sagen, 
Laß drei Fünftel der Gesamtausgaben Frauen 
sache sind. Ich hvbe ausgerechnet (in einer Schrfft: „Die Haus 
frau und die Volkswirtschaft", Tübingen *9*6, in der ich auch 
die anderen hier angedeuteten Fragen ausführlich behandele), oatz 
vor dem Kriege in Deutschland alljährlich rund *6 Ilhlharbcn 
Mark durch die Hand der Hausfrauen gingen. ^ wahrend nun der 
Mann für seinen Beruf der Regel nach sorgfältig geschult wir , 
hat man die ganze „Hauswirtschaft" bis vor kurzem als Domäne 
der Tradition, der Lrfahrung betrachtet und ihre Durchdringung 
mit den Ergebnissen der Wissenschaft überhaupt nicht m Betracht 
aezoaen. Das Bäuerlein, das van der Lrnahrungsphy,ivlagie de-, 
Rindviehs nichts weiß, wird heutzutage schon von seinen Stan 
desgenossen über die Achsel angesehen; sein Funge kennt es schon 
besser der in der Schule Futterratianen nach physiologischen und 
wirtschaftlichen Gesichtspunkten berechnen lernt, wie viele Haus 
frauen wußten bisher mit der Lrnährungsphysivlogie des Men- 
chen Bescheid, wie viele waren im stände, die „Futterrationen 
für ihren Tisch zu berechnen? Man hat berechnet, daß durch
	        
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