440 DDreizehntes Buch. Drittes Kapitel.
am 7. Mai 1458 von den katholischen Bischöfen von Waitzen
und Raab zum König gekrönt ward.
Es waren Erfolge, denen der hilfsbedürftige Kaiser zu
widersprechen nicht in der Lage war; am 31. Juli 1459 er⸗
kannte er Podiebrad als König an und belehnte ihn feierlich.
Und auch die deutschen Fürsten, die anfangs scheel auf den
ufgeruckten? König gesehen hatten, suchten in ihren ewigen
Parteihadern bald den böhmischen Rückhalt; nach kurzer Zeit
nahm Georg unter ihnen eine schiedsrichterliche Stellung ein, so
namentlich schon auf dem Kongreß zu Eger, 1459; ja er trat an
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konnte ernstlich an seine Wahl zum deutschen Könige denken.
Zugleich regierte er trefflich im eignen Lande, und seine Herr⸗
schaft schien befestigt.
Da kam das Verderben von kirchlicher Seite. Jahrelang
schon verhandelte Georg mit dem Papste um die Anerkennung
der Prager Kompaktaten. Die Kurie, in steigender Macht be—
griffen, dachte schließlich nicht daran, sie zu dulden; und im
Jahre 1464 erschien ihr die Lage günstig genug, um gegen den
oerhaßten Hussiten vorzugehen. Sie lud Georg vor den päpst⸗
lichen Stuhl, sie erregte in Böhmen eine hochverräterische Partei,
sie bannte den König am 23. Dezember 1466.
Allein Georg wußte sich zu halten. Da blieb der Kurie
nichts übrig, als unter den äußeren Feinden Böhmens nach
Hilfe umzuschauen. Sie fand sie in dem bisher so elend
beiseite geschobenen Kaiser Friedrich, sowie im König von
Ungarn.
Ungarn haͤtte im Laufe der ersten Hälfte des 15. Jahr⸗
hunderts eine ganz andere Bedeutung erhalten als bisher. Es
war das Nachbarreich derjenigen Hausmächte geworden, denen
die deutsche Krone zufiel: so wurde es unmittelbar hineingerissen
in die deutschen Geschicke. Von anderer Seite her aber drohte
ihm die Türkengefahr: so wurde es das Bollwerk der euro—
päischen Kultur gegen Osten. Zuerst war die zweite Richtung
von besonderer Bedeutung, später trat mehr die erste hervor.
Dem Vordringen der Türken waren die Serben vergebens