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Schlußfolgerungen
stlfo nicht nur vom Standpunkt der Nassenhygiene,
sondern auch volkswirtschaftlich, ist die Zuwanderung von
Menschen mit geringerer als der deutschen Durchschnitts
lebenshaltung nachteilig. Daran ändert die Tatsache
gar nichts, daß einzelne im Volke durch die billigen
fremden Arbeitskräfte einen großen Nutzen haben, ja,
baß ihre wirtschaftliche Existenz von ihnen abhängt.
Do letzteres der Fall ist, da ist gerade der Zuzug
der fremden Arbeit ein Zeichen, daß die Grundlagen
dieser Existenz krank sind,- denn ein Volk, wie das
deutsche, sollte doch imstande sein, die zu seiner mittleren
Lebenshaltung nötige Gütermenge ohne fremde Hilfe
hervorzubringen, wenn erst einmal die Frage des
Rechtes auf Arbeit resp. die Arbeitslosenversicherung
greifbare Formen annehmen wird, wie es ohne Zweifel
der Fall fein wird, dann kommt kein Kulturvolk um
die Frage der Einwanderung minderwertiger Elemente
herum, denn man kann nicht in einem Atemzuge die
Arbeitsgelegenheiten den deutschen Arbeitern offen hal
len wollen und sie den fremden Arbeitern ausliefern.
Hier wird der Zwang der Verhältnisse zu Maß
regeln führen, wie sie nicht nur den nationalen, son
dern auch den wirtschaftlichen Forderungen entsprechen,
nämlich zu einer schärferen Nontrolle minderwertiger
Einwanderung, wie sie im sogenannten freisten Lande
der Welt, nämlich Amerika, schon lange besteht, und
wie England sie auch anfängt, in Angriff zu nehmen.
Also die Forderung, im Menschen das höchste Wert-
objekt zu erblicken, bedeutet nicht, daß ein Volk durch
schrankenlose Zuwanderung reicher werden könne, und
sei sie körperlich noch so leistungsfähig, der Nachdruck
liegt eben auf bedürfnisfähig, und das schließt minder
wertige Elemente aus.